Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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der Verfasser 410 Geräte maßstabgetreu und mit vielfachen Ansichten und Detailsaus seiner eigenen Privatsammlung im Heimatmuseum Oberschützen aufgenom-men, das er übrigens selbst auch auf den Seiten 62-69 eingehend schildert und in vie-len Einzelheiten abbildet. Wenn irgendwo, so stehen hier Verständnis und Kennt-nisse des Verfassers auf dem Prüfstand. Da werden allein 13 Pfluggeräte von der al-ten Arl und Häufel- Arl über den Zugmayrschen Ebenpflug" und den Doppelpflugoder ,, Leitenpflug" bis zum Fabrikspflug der Zwischenkriegszeit haarklein bis in alleFeinheiten und Einzelheiten dargestellt, nicht zu übersehen Radvorgestell undBespanngerät neben den verschiedenen wichtigen Eisenteilen mit Schar und Sechund zwei Formen der Pflugschleife". Simon verzeichnet nach Möglichkeit auch dieörtliche Terminologie und vermerkt nicht nur unermüdlich Holz- und Eisenstärken,sondern auch die jeweilig verwendeten Holzarten. Ebenso beeindruckt die Darstel-lung der Erntegeräte, besonders der Sicheln, Gras- und Getreidesensen, der Schärf-geräte, Bindeknebel, Dreschflegel und verschiedenen Arten von Sammelgeräten( Rechen), auch diese alle mit ihren Bezeichnungen und konstruktiven Details. Auchauf die Beitexte sei hier verwiesen, die nicht nur die örtliche Terminologie, sondernauch die Verwendung der Geräte vermerken. Aufgefallen ist mir dabei( S. 246)u. a., daß man ähnlich wie beim Hangackern im Gebirge auch beim Bifingackern einsogenanntes ,, langes( Doppel-) Joch" verwendet hat, durch das die Gehspuren derKühe um etwa 25 cm erweitert" wurden. Ein Gleiches stellt man für die Dresch- undGetreideputzgeräte, die Stallhaltung, die Transportgeräte und das umfassende Ka-pitel zu den engeren Hausgeräten fest, deren Auffindung am Schluß des Bandes einStichwörterverzeichnis erleichtert. Im übrigen helfen Karte und gut überschaubareGliederung des Ganzen, um sich in dem äußerst umfangreichen und drucktechnischhervorragend ausgestatteten Werk leicht und ohne Umstände zurechtzufinden. Die-ses ist als Lebenswerk eines einzelnen, so wie es nun in seinen beiden Bänden vor-liegt, ohne Zweifel eine Großtat und ein Denkmalwerk der Volkskunde ganz beson-derer Art. Ohne die Begeisterung seines Autors für die alte bäuerliche Welt undohne anhängliche Liebe zur engsten eigenen Heimat wäre es aber wohl nie das ge-worden. Bedenkt man dazu die tiefen Umbrüche und den grundstürzenden Wandel,der sich gerade auch im Burgenland in den letzten Jahrzehnten auch in der bäuerli-chen Welt vollzieht und der nicht mehr umkehrbar ist, dann vermag man ungefährabzuschätzen, was dieses Werk über Bauten und Geräte des Südburgenlandes aufDauer für die Volkskunde bedeutet.

Oskar Moser

Tone Cevc, Arhitekturno izročilo pastirjev, drvarjev in oglarjev naSlovenskem. Kulturnozgogovinski in etnološki oris( Die Volksarchitektur derAlmhirten, Holzfäller und Köhler in Slowenien. Ein kulturgeschichtlich- volks-kundlicher Aufriß). Ljubljana, Državna založba Slovenije, 1984. 313 Seiten,409 Abb.( Karten, Pläne, Zeichnungen und Fotos)( mit einer ausführlichen deut-schen Zusammenfassung von Niko Kuret).

Die heutige Republik Slowenien im Nordwesten Jugoslawiens ist eine ungemeinwechselvolle Kulturlandschaft im südöstlichen Mitteleuropa, in der sich alpine undpannonische mit mediterranen und auch dinarischen Elementen der Volkskulturüberschneiden; das zeigt sich am sichtbarsten und eindrücklichsten in den Groß-formen der materiellen Kultur, also in den historischen Bauformen der Dauersied-lungen, mehr aber vielleicht noch im Bau- und Wohnwesen temporärer Siedlungs-

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