„ Einhof“ mit„ inhäusiger“ Betriebsweise und dem„ Umbauhof“( nach R. Heckl) mit,, umhäusiger" Betriebsform gegenüberzustellen.
Oskar Moser
Franz Simon, Bäuerliche Bauten und Geräte
Südburgenland und
Grenzgebiete. Ein volkskundliches Bilderbuch zur Ergänzung und Erweite-rung des 1971 vom gleichen Verfasser herausgebrachten Werkes„ Bäuerliche Bau-ten im Südburgenland" mit 247 ganzseitigen Bildtafeln und 220 Zeichnungen imText nach Originalfederzeichnungen des Autors. Oberschützen, im Selbstverlagdes Autors, 1981. 540 Seiten, Quer- Quart( 40 × 33 cm).
Als vor zwölf Jahren der erste Band„ Bäuerliche Bauten im Südburgenland“ vonFranz Simon erschien, brachte ihn L. Schmidt, der seit allem Anfang an der Ent-wicklung der Volkskunde im Burgenland äußerst interessiert und daran nicht zuletztselbst wesentlich beteiligt war, in unserer Zeitschrift als Spitzenmeldung seiner An-zeigen und Rezensionen.*) Wer L. Schmidt näher kannte, der verstand dies schonals Zeichen einer besonderen Würdigung dieser auch für ihn offenbar unerwartetengroßen Neuerscheinung. Und es war sehr bezeichnend, daß Schmidt dabei, seiten-lang abschweifend, darüber räsonierte und es sichtlich gar nicht begriff, wie dennjemand mit sachlich- schlichtem Selbstverständnis und ohne alle Überfrachtung mitgelehrter Bücherweisheit eine solche Fülle neuen und authentischen Materials vor-zulegen und in so überzeugender Form darzustellen vermag. So stellte dennL. Schmidt zunächst die Landessituation und die Person des Autors besonders in denVordergrund und geriet von daher immer mehr auf die Leistungen und Ver-öffentlichungen fachlicher Vorgänger, wie J. R. Bünker und A. Haberlandt, inderen Nachvollzug er auch Simons Werk sehen mochte. Kaum aber ging Schmidt aufdas ein, was schon dieser erste Band an neuem und originellem Material von25 Objekten, Altbauten und deren Einrichtung, vorwiegend noch aus dem BezirkOberwart, bot.
Vor längerer Zeit erschien nun dieser zweite wuchtige Band, den Franz Simonschon im Untertitel als eine„ Ergänzung und Erweiterung“ des vorgenannten be-zeichnet, wobei er„ Bauten und Geräte“ eigens anführt, aber in seiner Darstellungdeutlicher voneinander trennt. Seinem Grundkonzept blieb der Verfasser indessentreu, nur dehnt er seine Aufnahmetätigkeit grenzüberschreitend über die BezirkeOberwart, Güssing und Jennersdorf des Südburgenlandes hinaus sowohl nach denniederösterreichischen und steirischen Nachbarlandschaften( Bucklige Welt- östl.Bezirk Hartberg) als auch nach Westungarn( Komitat Vas) nicht unerheblich ausund zeigt so die kulturelle Verklammerung des sogenannten Heanzenlandes mitseiner Umgebung. Er selbst nennt sein gewaltiges Gesamtwerk bescheiden„ Einvolkskundliches Bilderbuch". Schon von seinem Beruf als Kunsterzieher her istSimon ein begnadeter Zeichner, freilich auch ein Künstler, der nicht mit genialisch-abstrusen Expressionen ringt, sondern gleichsam nach einer anderen Richtung Sinnund Erfüllung findet und fruchtbar wird, nämlich in Richtung auf erklärende Sach-veranschaulichung und auf einen unstillbaren Hang zur Sachverdeutlichung undSachdurchdringung. So verbindet Franz Simon in eindrucksvoller Selbstbeschei-
Siehe ÖZV XXVI/ 75, Wien 1972, S. 221–224.
355