Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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gespannten Lebenswerke jenes Pfarrers aus unserem Jahrhundert in Bayern wiedervorgeführt, mit Bildern von Häusern, Trachten, Kirchen, mit biographischenSkizzen über den zu Recht nicht vergessenen stillen Heimatforscher, nicht zuletzt er-schlossen durch ein Register zu wissenschaftlich möglicher Auswertung, von einemsichtlich wagemutigen Verleger vorgelegt.

Leopold Kretzenbacher

Elisabeth Tomasi, Die traditionellen Gehöftformen in Niederöster-reich(= Wissenschaftliche Schriftenreihe Niederösterreich, Heft 75/76). St. Pöl-ten- Wien, Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, 1984( 1. Auflage), 64 Sei-ten, Baupläne von A. Klaar, G. Dimt u. a., Fotos E. Tomasi, 1 Übersichtskarte.Unter den neueren Bemühungen in Niederösterreich um ein fundiertes Verständ-nis für ein landschaftsgerechtes und damit auch umweltbewußtes ländliches Bauenwird man diese solide und zugleich handliche Schrift besonders begrüßen. Ähnlichwie in ihrem Kommentar zu den Historischen Gehöftformen" im ÖsterreichischenVolkskundeatlas- und wohl auch davon ausgehend- gibt die Verfasserin hier fürdie, traditionellen Gehöftformen Niederösterreichs einen zusammenfassendenÜberblick, der dem heutigen Stand der Forschung Rechnung trägt und zugleich diebeachtlichen Erträge der bisherigen Haus- und Siedlungsforschung( A. Dachler,A. Schachinger, E. Hamza, A. Klaar, G. Dimt u. a.) sinnvoll verwertet.

Dazu sei jedoch bemerkt, daß E. Tomasi ihren beiden zentralen Kapiteln über die Haupttypen der Gehöftformen in Niederösterreich( S. 12-40) und über die Regionalen Einheiten", die sich daraus ergeben( S. 41-53), kurze und durchaustreffende Überlegungen voranstellt, mit denen sie ihr Vorhaben definiert, Gangund Stand der Gehöftforschung in Niederösterreich" darlegt und auch Zur Frageder Entstehung und Entwicklung derselben abwägend Stellung bezieht. Desglei-chen beschließt sie ihre Beschreibung mit dem nützlichen Hinweis auf die, Stellungder niederösterreichischen Gehöftformen in gesamtösterreichischer Sicht"( S. 54-56) und rundet diese ab mit Ausblicken auf, Jüngste Tendenzen der Verän-derung" und auf Versuche der musealen Erhaltung des traditionellen Baubestan-des( S. 57-59). Sie fügt außerdem ihrer gut faßlich geschriebenen Darstellung aucheine Bibliographie sowie ein Kartenverzeichnis bisheriger einschlägiger Veröf-fentlichungen an, wobei die Verfasserin allerdings ihre eigenen Arbeiten und bei denKartenwerken besonders den Österreichischen Volkskundeatlas" vergessen hat.Sehr gestützt und bereichert wird die Arbeit durch die Beigabe zahlreicher Aufmaß-pläne des Altmeisters der Siedlungsforschung in Österreich, Adalbert Klaar, de-nen sie eine ganze Reihe eigener Fotoaufnahmen von Gehöfttypen aus Niederöster-reich zur Seite stellt, wodurch diese vortrefflich veranschaulicht werden. Sie legen imübrigen für das besondere Engagement und das erfreuliche Interesse der Autorin andiesem Gegenstand ein unmittelbares Zeugnis ab. Auf der Grundlage der bisherigenKlaarschen Entwürfe weist Tomasi in ihrer Übersichtskarte in Niederösterreich 15verschiedene Hauslandschaften in der Verbreitung der Gehöftformen mit nichtweniger als 12 unterschiedlichen Gehöfttypen nach.

Es spricht für die ernste wissenschaftliche Bemühung und die sachliche Dichte die-ser zusammenfassenden Darstellung, wenn man an diese bei aller bündigen Gerafft-heit der Aussage auch manche Fragen stellen und damit wenigstens einzelnes stärkerherausheben möchte.

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