Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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1972 wurde Kurt Conrad Kustos für Volkskunde am Salzburger Museum CarolinoAugusteum; nun begann er, die Voraussetzungen für die Errichtung eines Freilicht-museums zu schaffen. Rege Sammeltätigkeit setzte ein, für den Standort desMuseums fand er ein ideales, 50 ha großes, mit Streuwiesen durchsetztes Wald-gelände im Landschaftsschutzgebiet am Nordfuß des Untersberges im Gemeinde-gebiet von Großgmain. Der Gründungsvertrag konnte 1978 unterzeichnet werden,die Ernennung zum Direktor des Salzburger Freilichtmuseums erfolgte 1979, am29. September 1984, sozusagen als Geburtstagsgeschenk, konnte BundespräsidentDr. Rudolf Kirchschläger das Museum eröffnen. Fernziel ist es, bäuerliche Wohn-und Wirtschaftsgebäude mit Hausrat und Arbeitsgeräten aus den Salzburger Haus-landschaften vom 16. bis ins 19. Jahrhundert zu zeigen; vorerst ist der TeilbereichFlachgau und Tennengau mit insgesamt 21 Bauobjekten zu besichtigen. 1994 soll derAufbau weitgehend abgeschlossen sein, 36 eingelagerte Objekte stehen jetzt schonzur Verfügung.

Kurt Conrad sieht drei wichtige Aufgaben seinem Museum gestellt, nämlich einewissenschaftliche, eine volksbildnerische und eine kulturpolitische. Der unglaub-liche Besucherstrom in den ersten vier Wochen nach der Eröffnung gibt den Absich-ten recht, die Kurt Conrad mit seiner, Schule des Sehens, Fühlens und Denkens"verfolgt.

Wissenschaftlich beschäftigt er sich besonders auf dem Gebiet der Haus- und Sied-lungsforschung sowie der Landschaftspflege, doch hat er immer wieder auch zuanderen Teilbereichen der Volkskunde Wichtiges zu sagen oder greift in Grundsatz-debatten ein. Seine starke volksbildnerische Ausrichtung in Schrift und Wort istWesensmerkmal seiner Persönlichkeit.

Kurt Conrad, Mitglied bzw. Ausschuß- oder Vorstandsmitglied vieler in- und aus-ländischer wissenschaftlicher Vereinigungen, erhielt 1965 einen Lehrauftrag amGeographischen Institut der Universität Salzburg und liest seither über österreichi-sche Hauslandschaften, Siedlungsformen Salzburgs und Einführung in die Volks-kunde. Die Bestandsaufnahme von Kleindenkmälern sowie die Errichtung von soge-nannten Denkmalhöfen" im Salzburger Land gehen auf seine Initiative zurück.1970 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die RepublikÖsterreich ausgezeichnet, 1982 wurde er zum Vorstand der ehrwürdigen, traditions-reichen Gesellschaft für Salzburger Landeskunde gewählt.

Ohne den Rückhalt seiner stets verständnisvollen großen Familie- seit 1952 ist ermit Charlotte, geborene Buchs, verheiratet und hat fünf Kinder-, ist das gewaltigeArbeitspensum Kurt Conrads nicht erklärbar. Auch aus seiner Arbeit im Dienste derHeimat und ihrer Menschen schöpft er Kraft und Anregung; beides wird er in denkommenden Jahren noch brauchen, wenn er am weiteren Aus- und Aufbau seinesMuseums arbeitet, wofür wir ihm weiterhin Gesundheit und viel Erfolg wünschen.Rotraut Acker- Sutter

Regierungsrat Professor Hans Gruber 70 Jahre

Professor Hans Gruber feierte am 13. Oktober 1984 in Klosterneuburg- Kierlingim Kreise seiner Familie seinen 70. Geburtstag. Der Verein für Volkskunde möchtediese Gelegenheit wahrnehmen und seinem langjährigen Ausschußmitglied dazuherzlich gratulieren.

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