Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Eine Reihe von Arbeitsgruppen, die mit Oral- History- Methoden arbeitet, ist zueiner Zusammenarbeit mit der Dokumentationsstelle bereit, so das Dokumenta-tionszentrum des Österreichischen Widerstands, die Arbeitsgruppe ,, Frauenfor-schung" im IWK, die Gruppe Stadtteilprojekte, das Ludwig- Boltzmann- InstitutSalzburg mit dem Projekt Geschichte der Arbeiterbewegung u. a. Darüber hinaussind auch Tagungsteilnehmer aus den Bundesländern zur laufenden Mitarbeit be-reit, desgleichen andere Wissenschaftszweige( darunter die Volkskunde).

In einer Vorgangsweise kleiner Schritte könnte hier eine Einrichtung geschaffenwerden, die von größter Tragweite wäre. Am City College in New York besteht einOral- History- Projekt, das Interviewer ausbildet und mit einem auf die Unter-suchungsinteressen ausgerichteten Fragenkatalog ausrüstet. Das Ziel des wissen-schaftlichen Unternehmens ist es, eine Sammlung von Informationen, also eineDatenbank, zu bestimmten Themen zusammenzustellen. Sollte es der Projektgrup-pe ,, Dokumentationsstelle Oral History im IWK gelingen, ihre Pläne zu verwirkli-chen, wären viele Probleme wenn schon nicht gelöst, dann wenigstens angegangen,und Österreich hätte auch eine Einrichtung, wie sie in anderen Ländern schon be-

steht.

Edith Hörandner

Kurt Conrad- 65 Jahre

Am 27. Dezember 1984 wurde Kurt Conrad, Direktor des im September 1984eröffneten Salzburger Freilichtmuseums, 65 Jahre alt. In Oberalm aufgewachsen,besuchte der Bub in Hallein die Volksschule und in Salzburg das humanistische Bun-desgymnasium. Seine Erziehung im Elternhaus und eine gediegene Schulausbildunglegten den tragfähigen Grund für eine weitreichende Landeskenntnis, die KurtConrad heute zu einem der besten Kenner von Land und Leuten unserer SalzburgerHeimat macht.

1938 rückte er freiwillig zur Ableistung des Wehrdienstes ein, infolge des Kriegs-ausbruches sollte dieser sieben Jahre lang währen. Er stand als Grenzjäger im Ein-satz, zuletzt leistete er als Oberleutnant der Reserve und als Kompaniechef Front-dienst.

Nach Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft 1945 begann er nach ver-schiedenen Arbeitseinsätzen im Jahr darauf mit dem Studium der Germanistik, Ge-schichte und Volkskunde in Graz, wo er mit seiner Dissertation über, SalzburgerGrenzaltertümer" 1950 promovierte. Großen Einfluß auf seinen weiteren Lebens-und Berufsweg hatte die Persönlichkeit Viktor von Gerambs, weiters seine LehrerJutz, Kranzmayer, Appelt, Brandenstein und Koren.

Über den Umweg des Almwirtschaftsreferates und des Landesfischereiverbandeskam Kurt Conrad 1959 in die Kulturabteilung des Amtes der Salzburger Landesre-gierung, wo er mit den Agenden des Veranstaltungswesens, wenige Jahre später mitdenen des Natur- und Landschaftsschutzes betraut wurde, wobei er mit größtem Ein-satz zur Verstärkung des Naturschutzgedankens in weiten Kreisen der Bevölkerungbeitrug und wesentlichen Anteil an der Vereinbarung der österreichischen Bundes-länder Kärnten, Tirol und Salzburg über die Schaffung des Naturschutzparkes HoheTauern hatte. Reiche Vortrags- und Publikationstätigkeit sind kennzeichnend fürdiese rastlosen Jahre.

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