der bedeutenden Anzahl seiner Universitäts- und Museums- Institutionen auchschon vordiskutierte Frage, ob sich aus dieser ,, Versuchs- Begegnung" nicht doch einDauerndes ergeben sollte. Es ist ja doch allbekannt, daß eigentlich nicht die Massen-Kongresse( wenngleich mit Untergliederungen strengerer Themenbegrenzung) dieWissenschaft entscheidend voranbringen, sondern eben die persönlichen Begegnun-gen in kleineren, aber durchwegs von fachkundigen, im Thema durch eigene Vorar-beiten auch entsprechend ausgewiesenen, vor allem dialogbereiten Forschern be-schickten Kreisen ein Mehr an Erkenntnissen und Weiterführung erkennen lassen.Mit Recht wurde auf Einzelleistungen ganz besonderer Art verwiesen: auf die inter-national sich durchsetzenden Erfolge etwa der Keramikforschung.( Man denke un-mittelbar jetzt an den Sammelband„ Vergleichende Keramikforschung in Mittel-und Osteuropa“, Referate des 14. internationalen Hafnerei- Symposiums 1981 imEthnographischen Museum Kittsee, hrsg. v. K. Beitl und G. Liesenfeld, Kittsee1984.) Man denke auch an die gleich bedeutsamen Erfolge der schon als Sonderkom-mission bestehenden Vereinigung der Erforscher von Nahrungswesen und Speisen-volkskunde und an manche andere Gruppierung, wie jene der Erzählforscher, derHaus-, Geräte-, Möbel- Fachleute usw.
Es läge nahe, etwa im Rahmen der S. I. E. F., deren derzeitiger Präsident ebenNils- Arvid Bringéus ist, auch der Bildforschung im beschriebenen Sinne eine organi-satorische Heimstatt zu internationaler, disziplinenübergreifender Begegnung undWirkensweise zu geben.
Dies nicht zuletzt im Hinblick darauf, daß die skandinavischen Länder, Schwedenvoran, eben auch auf diesem Gebiete achtungsgebietende Erfolge und wegweisendeEinrichtungen aufzuweisen haben. Man denke an N.-A. Bringéus mit der Fülle sei-ner eigenen Bildforschungen, die zuletzt im maßgebenden Werke„ Bildlore"( schwedisch 1981, deutsch München 1983) von Thematik und Methoden her Bedeu-tung gewinnen konnte.
Man denke aber auch an die besonders von Frau Anna Birgitta Rooth als der Or-dinaria für Ethnologie zu Uppsala( früher Lund) eingerichtete, sehr tätige Institu-tion ,, Ikonographisches Archiv“( Ikonografiska Arkivet) eben zu Uppsala, die nunihre programmatischen Vorstellungen( und Computer- Erfassungen des„ Bildli-chen") in einem Sonderheft„ Ikonoteket Nr. 1"( Ikonothek, H. 1) als Präsentationeiner Idee ebenso vorstellt( Uppsala 1984) wie einem schwedisch( Nr. 2) und deutsch( Ikonoteket Nr. 3, 1984) vorliegenden„ ,, Systematischen Codekatalog des ikonogra-phischen Archivs zur Registrierung ethnologischer und kulturhistorischer Daten vonBilddarstellungen“( brosch., 84 Seiten).
Die( sicherlich noch nicht in allem ausgereiften) Grundlagen, zumal für Skandina-vien, sind gegeben. Man darf sie nach Absicht und Methoden etwa mit dem Institutfür mittelalterliche Realienkunde an der Österreichischen Akademie der Wissen-schaften, beheimatet in Krems/ D., vergleichen. Wiederum im selben Jahre, 1984,erschien ja dort als geradezu mustergültige Publikation„ Die Erforschung von Alltagund Sachkultur des Mittelalters. Methode- Ziel- Verwirklichung. InternationalesRound- table- Gespräch, Krems an der Donau, September 1982", vorgelegt als SB,Bd. 433 der phil.- hist. Kl. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,Wien 1984( brosch., 230 Seiten). Die volkskundlich- ethnologische Bildforschung hatsich schon auf neue, erfolgversprechende Wege begeben.
Leopold Kretzenbacher
341