bloße Kartenerklärung hinaus erweisen sich viele Kommentare vom Inhalt und Um-fang her als eigenständige Monographien. Mit insgesamt 2620 Seiten und 420 Abbil-dungen stellt das Kommentar- und Kartenwerk des Österreichischen Volkskunde-atlasses ein Standardwerk der österreichischen Volkskunde dar.
Es war daher ein verständlicher Wunsch der Herausgeber, nach Abschluß der Ar-beiten, den Österreichischen Volkskundeatlas einer breiteren Öffentlichkeit zu prä-sentieren. Es sollte damit auch an die Österreichische Akademie der Wissenschaf-ten, die die wissenschaftliche Patronanz über den ÖVA übernommen und eine eige-ne Atlaskommission dafür eingerichtet hatte, an die einzelnen Landesregierungen,die durch all die Jahre die finanzielle Last getragen hatten, und an die Lehrerschaft,die durch die Bearbeitung der Fragebogen die materielle Basis geschaffen hatte, derDank abgestattet werden.
Nachdem bereits in Linz, Salzburg und Graz Ausstellungen stattgefunden hatten,erklärten sich auch das Institut für Gegenwartsvolkskunde und das ÖsterreichischeMuseum für Volkskunde bereit, den OVA vorzustellen. Für die Gegenwartsvolks-kunde übernahm Dipl.- Ing. Michael Martischnig die Gestaltung der Ausstellung,wobei er sich bemühte, durch die Beistellung von Objekten einen Burgenland- Bezugherzustellen, was ihm in den Präsentationsräumen des Institutes in Mattersburg sehrgut gelang. Die Eröffnung der Ausstellung nahm am 23. 10. 1984 Landesrat Dr. Ge-rald Mader vor. Univ.- Prof. Dr. Oskar Moser und Univ.- Doz. Dr. IngridKretschmer gaben kurze Einführungsvorträge.
Drei Tage später, am 26. 10. 1984, am Nationalfeiertag, fand die Eröffnung derAusstellung„ Volkskultur im Kartenbild- Der Österreichische Volkskundeatlas"im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien statt. Hier konnte Dir. Hon.-Prof. Dr. Klaus Beitl unter den zahlreichen Gästen vor allem den Vertreter der Aka-demie der Wissenschaften, Univ.- Prof. Dr. Hermann Vetters, viele Autoren undden Verleger begrüßen.( Am Nachmittag waren sogar Bundesminister Dr. HeinzFischer, der sich durch die Ausstellung führen ließ, und Bürgermeister Dr. HelmutZilk im Museum zu Gast.) Der wissenschaftliche Leiter des OVA, em. Univ.- Prof.Dr. Richard Wolfram, hielt ein interessantes Einführungsreferat und Univ.- Doz.Dr. Ingrid Kretschmer, die kartographische Leiterin, übernahm die fachkundigeFührung durch die Ausstellung, die in Wien von OR Dr. Franz Grieshofer in diebestehende Sammlung integriert worden war und sich über das ganze Haus verteilte.So ergab die Zusammenstellung der Karten zum Mittwinterbrauch, ergänzt durchneue Klaubauf- und Miglomasken, durch Frautragbilder, Weihnachtspyramide,Nikolohäuschen und Christbaum, insbesondere durch die Präsentation einer lebens-großen Tafelpercht mit einem zirka hundert Jahre alten Aufsatz eine stimmungsvolleEinbegleitung zur großen Krippenschau.
Als Ergebnis eingehender wissenschaftlicher Forschung stellen die Karten heuteein wichtiges Anschauungsmittel für die Vielfalt regionaler Kulturausformungen inÖsterreich dar.
Franz Grieshofer
Symposion ,, Der Mensch und das Bild", Lund/ Schweden, 17.- 20.9. 1984
Zu einer auf dreißig Teilnehmer begrenzten Tagung von Ikonographen aus Nord-und Mitteleuropa hatte der Ordinarius für Ethnologie an der Universität Lund,
339