Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Objekte über die reine Anschaulichkeit hinaus als authentische Gegenstände be-wuẞt werden, die Informationen über authentische Situationen geben können.

Das Verfügen über diese Gegenstände bedeutet auf jeden Fall eine qualitativeVerbesserung der Lernsituation in bezug auf historisches Lernen. An den Original-objekten können sich die Kinder orientieren, und ihre Vorstellung und Phantasiewird mit den Originalobjekten korreliert. Im direkten Aneignungsprozeß- im Han-tieren damit in der szenischen Darstellung- werden diese Gegenstände dann durchrekonstruierte ersetzt.

Projektablauf:

Das gesamte Projekt gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil, der in der Schulenach Anleitungen vom Lehrer durchgeführt wird, beantwortet jedes Kind entwederschriftlich oder zeichnerisch einen von zirka 25 Zetteln mit je einer Frage. Die Fra-gen sind so gestellt, daß sie langsam auf das Thema hinleiten und so den Museumsbe-such vorbereiten. Im Museum werden diese Fragen dann besprochen und im Verlaufeiner Führung auf Schwerpunkte des Themas eingegangen.

Im Anschluß daran versuchen die Kinder in Verarbeitung der eben erfahrenenTatsachen über das Zunftwesen zwei verschiedene Theaterstücke zu proben. EineGruppe stellt eine Meisterprüfung und Aufnahme in die Zunft der Wachszieher undLebzelter dar, Gesellen fertigen ihr Meisterstück an, erfahren Gesetze und Bräucheder Zunft und stellen sich der Prüfung. Die zweite Gruppe erarbeitet ein Treffen ver-schiedener Schustermeister, in dessen Verlauf einzelne Zunftregeln, Grundzüge undWertvorstellungen in szenischer Abfolge dargestellt werden. In diesen Darstellun-gen, die sich die beiden Gruppen zum Abschluß gegenseitig vorspielen, hantierendie Kinder mit nachgemachten Gegenständen, die als Originale in der Schausamm-lung vorher gesehen und in ihrer Funktion besprochen wurden.

Nach Abschluß des Museumsbesuches erhält der Lehrer noch eine Reihe von Vor-schlägen, wie die Behandlung des Themas in der Schule noch weitergeführt werdenkann. Dieser Nachbereitungsteil enthält unter anderem Bastelvorschläge zumThema und Hinweise auf Wiener Sagen sowie Zeugen dieser Zeit im heutigen Wien.Die Nachbereitungsblätter, die Fragezettel der Vorbereitung und zusätzlichesschriftliches und bildliches Material über das Museum und das Thema Zunftwesen"können nach Abschluß des Projektes zu einem Klassen- Museums- Katalog geheftetwerden, der für die Klasse als Erinnerung und Dokumentation des Museumsbesu-ches dient.

Christa Kreutzer

Bericht über die 4. Internationale Tagung für Bildstock- und Flurdenkmal-forschung in Linz, 11. Oktober bis 14. Oktober 1984

Ganz ohne Zweifel gehört an den Anfang eines solchen Tagungsberichtes derDank an alle, die irgendwie mit der Organisation, Förderung und Durchführungeiner-nun kann man es ja schon aussprechen- gelungenen Veranstaltung befaßtwaren; wenn ich mich mit der Nennung zweier Namen begnüge, geschieht dies ledig-lich, weil es unmöglich wäre, alle unter den Begriff Mitarbeiter im vollen und be-sten Sinn fallenden begeisterten Teilnehmer und Teilhaber aufzuzählen. So danke

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