Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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geplant. Dazu kann sich entsprechend einer weiteren Ausstellung in Berlin überBunzlauer Keramik" ein weiteres Treffen für Interessierte gesellen( in Berlin).

Der gelungene Verlauf des Klagenfurter Symposiums wurde nicht zuletzt dadurchermöglicht, daß der Leiter des Freilichtmuseums Maria Saal, K. Eisner, zusammenmit Mitarbeitern aus dem Landesmuseum für Kärnten, Klagenfurt, für einen zu-verlässig geplanten und durchgeführten Tagungsrahmen gesorgt hatte, der es gestat-tete, daß alle Veranstaltungen optimal abliefen.

Den Teilnehmern konnte als Zuwendung des Ethnographischen Museums SchloßKittsee, wo 1981 das 15. Internationale Hafnerei- Symposium abgehalten worden ist,der Tagungsband Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa"(= Kittseer Schriften zur Volkskunde, Band 2) überreich werden. Vgl. hiezu die Be-sprechung von Richard Pittioni auf Seite 226/27 in diesem Heft.

Werner Endres, Regensburg

Rudolf Helm

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Aus Anlaß der Vollendung seines 85. Lebensjahres

Es ist fast schon vergessen, daß vor einigen knappen Jahrzehnten nur an wenigenMuseen die dort eingerichteten volkskundlichen Sammlungen von spezialisiertenReferenten betreut wurden oder im Mitarbeiterstab der Museen nur seltenKustoden und Konservatoren tätig waren, die sich vornehmlich Aufgaben der Dar-stellung und der Erforschung von Themen der Volkskunde widmeten. Wenn manrückblickend Institute und Namen durchgeht, ist Rudolf Helm, der in diesen Tagenan seinem Altenwohnsitz in Vorra( Mittelfranken) sein 85. Lebensjahr vollendete,besonders hervorzuheben, weil er der Stellung, die er bis 1964 am Landesmuseumin Kassel innehatte, durch sein Wirken als Museologe und Wissenschaftler eine un-übersehbare Geltung und ein herausragendes Gewicht gab.

Rudolf Helm, der als Sohn des Altgermanisten Karl Helm am 22. August 1899 inGießen geboren ist, gehört in den Kreis der Museumsbeamten, die vom zunächstangestrebten Berufsziel einer künstlerischen oder handwerklichen Betätigung zumwissenschaftlich bestimmten Umgang mit den Zeugnissen der Kunst und Kultur hin-gefunden haben. Nach dem Kriegsdienst( 1917-1918) besuchte er zunächst dieKunstgewerbeschule in Kassel( 1919-1920) und in München( 1920-1922). DiesesStudium wurde erheblich behindert durch ein schweres, langwieriges Augenleiden,das Helm veranlaßte, sich während seiner Münchner Zeit der Töpferei zuzuwenden,um dann später, nach einer Besserung der Augenerkrankung, in Marburg/ L. dasBuchbinderhandwerk gründlich zu erlernen und sich in diesem Fach der Gesellen-prüfung( 1923) zu unterziehen. Die im folgenden Jahr auf der Kunstgewerbeschulein Offenbach erworbenen Fertigkeiten auf dem Gebiet des Holzschnitts sollten spä-terhin eigenen Veröffentlichungen, die Helm mit Illustrationen ausstattete, zugutekommen. Diese erste Phase beruflicher Orientierung und Ausbildung fand im Früh-jahr 1925 ihren Abschluß mit dem an der Kunstakademie in Kassel abgelegtenZeichenlehrerexamen. Darauf studierte Helm in Marburg/ L. und Berlin Kunstge-schichte, Geschichte und Archäologie, 1927 promovierte er mit der Dissertation Skelett- und Todesdarstellungen bis zum Auftreten der Totentänze" bei RichardHamann.

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