Die materielle Kultur in Griechenland.
Probleme und Ansichten
Von Aikaterini Polymerou- Kamilaki
Die materielle Kultur umfaßt hauptsächlich die verschiedenenTätigkeiten und Äußerungen des Volkes, die in Verbindung zu denMitteln und den Methoden der Produktion und der Verteilung derProdukte( d. h. Ackerbau, Viehzucht, Fischerei, Jagd, Handwerk,Transport, Handel usw.) stehen; weiters gehören dazu die Mittel,die zur Befriedigung der Grundbedürfnisse der Menschen( Behau-sung, Nahrung, Kleidung) und letztlich zur Herstellung sozialer Be-ziehungen( Vergnügungen, Gemeinschaftsgebäude, Kirchen,Musikinstrumente, Votivgaben, Kochbücher usw.) dienen.¹)
Zur Definition der materiellen Kultur wurde von den griechi-schen Volkskundlern bislang folgende Terminologie²) gebraucht:,, Physisches Leben“( Physikos Bios),„ Traditionelle Technologie",,, Biotische und künstlerische Themen des Volkslebens" und ,, Tech-nisch- ökonomisches Leben“.
Auch im übrigen europäischen Raum ist eine vielfältige Termi-nologie³) gebräuchlich; zum Beispiel:„ Materielle Kultur"( Mate-rial Culture),„ Sachkultur, Sachgüter"( Sachforschung),„ Alltags-kultur, Alltagswelt“,„ Leben und Überleben der Gegenstände“,„ Ergologie“,„ Technologie“,„ Realienkunde“ usw.
Der Inhalt dieser Definitionen hängt von Fall zu Fall von den me-thodologischen und nicht zuletzt auch von den ideologischen Orien-tierungen der Forschung in jedem Land ab4), wie auch von der Ori-ginalität( Eigenart) der Kulturelemente eines jeden Volkes inihrem historischen Wandel. Auf jeden Fall wird aus dem Erkennt-nisobjekt der materiellen Kultur ersichtlich, daß sie einen der wich-tigsten Bereiche der ethnologischen Forschung darstellt.5)
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