Anhang an, der ein Literaturverzeichnis enthält, einen Urkundenauszug, ein Ver-zeichnis der bekannten Schreinermeisternamen, eine Liste der Ortschaften mit be-malter Kirchenausstattung( die jedoch nicht vollständig ist: es fehlen z. B. Rohrbachund Trappold) sowie Angaben zu Malverfahren und Farbstoffherstellung und die 43Kunstdrucktafeln mit den schon erwähnten 87 Fotos, von denen 32 in Farbe sind.
Die ebenfalls im Anhang enthaltene Beschreibung der bei den Siebenbürger Sach-sen gebräuchlichen Möbelarten vervollständigen das Bild dieses Teilgebietes sieben-bürgisch- sächsischer Wohnkultur. Aber eine Arbeit, die eine übersichtliche, typolo-gische Gruppierung des siebenbürgisch- sächsischen Möbelbestandes dokumentie-ren würde in zeitlicher Reihung, steht noch aus; sie dürfte eine willkommene Ergän-zung zum vorliegenden Band sein, da sich Besonderheiten der siebenbürgisch- säch-sischen Bauernmöbel auch aus dieser Perspektive erschließen. In diesem Zusam-menhang soll darauf hingewiesen werden, daß Roswith Capesius selber vor einigenJahren ein umfangreiches Buch über die Typologie der rumänischen Bauernmöbelvorgelegt hat. Zum Abschluß wäre zu bemerken, daß dieses Buch die Sammlertätig-keit seines Verfassers und die Forschungsbemühungen in dieser Richtung hervorra-gend belegt. Außerhalb seiner wissenschaftlichen Zielsetzungen wird es wahrschein-lich Sammler und Liebhaber zur genaueren Beobachtung der erhaltenen Schmuck-stücke siebenbürgischer Wohnkultur führen.
Irmgard Sedler
Émile Turdeanu, Apocryphes slaves et roumains de l'Ancient Testa-ment. Studia in Veteris Testamenti Pseudoepigrapha. Vol. V. Leiden, E. J.Brill. XII, 485 S.
Emil Schneeweis hat in der ÖZV, Band 86( 1983), S. 149, mit einem BeitragVolkskundliches im Alten Testament" auf einen aufschlußreichen Komplex hinge-wiesen. Noch stärkere Zusammenhänge zwischen volkstümlichen Vorstellungenund Religion lassen sich jedoch in den meisten Apokryphen beobachten. Dabei er-weisen sich in doppelter Hinsicht Zusammenhänge: zunächst einmal läßt sich derNiederschlag der Volksglaubenserscheinungen an der Peripherie der Hochreligionnachweisen, dann aber auch zeigt sich, wie stark einzelne Texte weiterzuleben ver-mochten, andere Motive adaptierten und auf verwandte Stoffe einwirkten. Einer-seits in die Legenden hinein, andererseits in sagenhafter Ausprägung oder als Volks-buch haben so viele Stoffe aus dem Bereich der Apocrypha fortgewirkt.
Der in Paris lebende und lehrende Rumäne Turdeanu hat schon früher durch eineganze Reihe von Publikationen, die sich mit dieser Thematik und Problematik be-schäftigen, sowie durch die Veröffentlichung von Texten Aufmerksamkeit erregt.Erinnert sei hier lediglich pars pro toto an seine Studie über die Apokryphe deshl. Paulus, die einen großen Einfluß auf die slawische Jenseitsvorstellung besessenhat.( ,, La Vision de saint Paul dans la tradition littéraire des Slaves orthodoxes", in:Die Welt der Slawen, I[ 1956], S. 401-430.)
Dieses vorliegende, umfangreiche Werk ist nun eine Art„ summa“ der Forschun-gen von Turdeanu zur Quellenkunde und zur Biologie der alttestamentlichen Apo-kryphen. Eine Rezension kann nur andeuten, wieviel interessante Details darin fürdie Volkskunde enthalten sind, von der Mythe von Satanael angefangen bis hin zuden verschiedenen Schöpfungslegenden.
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