Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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was es zeitgenössisch mit den einzelnen Etappen siebenbürgisch- sächsischer Schrei-nermalerei außerhalb dieses Landstrichs und innerhalb, bei den andern Völkerschaf-ten, gegeben hat. Obwohl die Emporenmalerei erwähnt und bis ins Detail analysiertwird, ist ihre Bedeutung für die Entwicklung der Schreinermalerei in Siebenbürgennicht genügend herausgearbeitet. Denn gerade die streng stilisierten Blumenmotiveder flachen Kassettendecken siebenbürgischer Kircheneinrichtungen, die immerwieder symmetrisch angeordneten und in ihrem Gleichgewicht perfekt ausgewoge-nen Muster" bilden das Besondere, Spezifische der siebenbürgisch- sächsischenSchreinermalerei über Jahrhunderte hindurch zum Unterschied von den üppigen,saftigen Ornamenten österreichischer Möbelmalerei oder der Farbfreudigkeit undDerbheit ungarischer und szeklerischer Motive.

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Der aufmerksame Leser erfaßt dann auch die Unstimmigkeit, die zwischen demeinleitenden, generalisierenden Teil dieses Kapitels und den übrigen Abschnitten,welche einzelne Perioden und Stilepochen in der Schreinermalerei analysieren, be-steht. Da sie( die Stilepochen der siebenbürgisch- sächsischen SchreinermalereiAnm. d. Verf.) zeitlich mit den Stilepochen der Hochkultur nicht übereinstimmen,erweist es sich als nötig, eine entsprechende Neugliederung dieser Epochendurchzuführen, schreibt Capesius und ist diesbezüglich geneigt, den Anteil der, in-neren Entwicklung des Landes politisch und wirtschaftlich gesehen für die Ent-wicklung der Möbelmalerei in Siebenbürgen zu überschätzen. Nun ist das Problemzeitlicher Stilverschleppung in der Volkskunst keineswegs ein spezifisch siebenbür-gisches; es ist ein allgemeiner Wesenszug der Volkskunst überhaupt und daherscheint es forciert, wenn die Autorin das Wirken einzelner politischer und kulturellerPersönlichkeiten( Samuel von Brukenthal) für die Entwicklung einer Stilrichtung inder Möbelmalerei verantwortlich macht, oder ein konkretes Datum( die Schlachtvon Mohács) an seine Anfänge setzt. Sobald sie aber zum Konkreten übergeht unddie einzelnen Stilentwicklungen zu untersuchen bemüht ist, werden immer wiederBezüge zur Hochkultur und zu dem Zeitgeschmack hergestellt. Alles in allem beein-trächtigen die obigen Feststellungen den Gesamteindruck des Buches von RoswithCapesius jedoch kaum.

Anhand zahlreicher Stücke versucht die Autorin den Wandel, den die Möbelma-lerei vom Städtischen über die bemalte Kirchenausstattung zum dörflichen Gewerbehin gemacht hat, zu verdeutlichen. Als bäuerliche Kunst entwickelt die Möbelmale-rei in Siebenbürgen vor allem im 18. und 19. Jh. charakteristische Wesenszüge undläßt sich, soweit dies anhand der noch vorhandenen Stücke nachweisbar ist, regionalordnen: ,, Repser Gegend, Schäßburger Marktware, Harbachtal und Schenker Land,Hermannstadt und Unterwald, Burzenland und Nordsiebenbürgen bilden eigeneStilmerkmale und Ornamente heraus. Oft bestimmen die in einem zentral gelegenenOrt praktizierten Dekorationseigenheiten die Holzmalerei eines ganzen Landstrichsoder einer bestimmten Zeitepoche: etwa der kobaltblaue Grund der Schäßburgerbemalten Truhen, der sich im 19. Jh. in der siebenbürgisch- sächsischen Schreinerma-lerei überhaupt durchsetzt. Capesius verfolgt das Spezifische der Dekorationsfor-men und Farbkombinationen, indem sie die an einzelnen Orten bestehenden Werk-stätten und ihren Wirkungsbereich, das Wirken hervorragender Möbelmaler, wieJohann und Georgius Rössler, aufs Genaueste beschreibt.

Dem Text sind zahlreiche Schwarzweißzeichnungen beigegeben, welche Zeugnis-wert besitzen, da sie mit genauen Angaben über die Vorlage, ihren Herstellungsortund ihre Entstehungszeit versehen sind. An den Text schließt ein umfangreicher

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