Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Desgleichen gibt es Bezüge zu rumänischen und ungarischen Entsprechungen in die-sem Bereiche. Kritisch sei dabei anzumerken, daß diese Vergleiche oft auf einerdeskriptiven Ebene verbleiben, anstatt zu übersichtlichen Schlußfolgerungen oderwenigstens Fragestellungen zu führen. Ein systematischer Vergleich( bestimmteMotive des Dekors, landschaftliche Gesichtspunkte, Chromatik, sich überschnei-dende Verschleißwege) mit Kós Károlys Buch A vargyasi festétt( Koloszvár 1972)über ungarische Möbelmalereizentren wäre vielleicht nicht ganz unergiebig gewe-sen. Dasselbe gilt auch für den Vergleich mit Tombor Ilonas Ungarische Schreiner-malerei, 15.- 19. Jahrhundert( Budapest 1967).

Die um das Jahr 1500 in Zimmermannstechnik angefertigten massigen Stollentru-hen, wie sie in eindrucksvoller Zahl in Henndorf auf dem Dachboden der dortigenbäuerlichen Wehrkirchen stehen, mit symbolträchtiger, naiv- raffinierter Medaillon-malerei auf Blankholz oder auf weißer Grundierung belegen die Anfänge der eigent-lichen Möbelmalerei in Siebenbürgen. Als weitere Vorläufer sind dann die Schablo-nenmuster auf den Repser und Tobsdorfer Kircheninneneinrichtungen angeführt alsGegenstücke etwa zu dem Sakristeischrank aus Klingenberg.

Auf die Einleitung folgt der Abriß ,, Geschichte und Handwerk", in dem die histo-rischen Umstände dargelegt sind, unter denen sich die Schreinermalerei im sieben-bürgischen Raum entfaltet hat. Zunftstatuten, wie etwa das älteste Statut der Her-mannstädter ,, Vereinten Tischler-, Maler- und Fenstermacherzunft, und sonstigeauf das Handwerk bezügliche Urkunden aus staatlichen und kirchlichen Archivenbilden das von Capesius vielseitig ausgewertete Quellenmaterial.

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Das Verhältnis zwischen zunftgebundenen städtischen Tischlern, Trunne-butzern( d. i. Truhenfuschern, Anm. d. Verf.), Landtischlern oder gar den Landler( österreichische Transmigranten, um 1750 in Siebenbürgen angesiedelt) Wander-tischlern erweist sich bedeutsam für die Entwicklung der Möbelformen und den Ver-trieb der Möbel in Siebenbürgen. Es belegt- am auffälligsten seit dem Ende des18. Jahrhunderts die Differenzierung des Handwerks nach dem sozialen, wirt-schaftlichen und ethnischen Status der Möbelproduzenten und-käufer. Capesius zi-tiert aus Dokumenten, in denen die Zünfte gegen die Schmiede klagen, welche auchTruhen verkaufen, und gegen die Landler, die ihre Werkstätten von Haus zu Haustragen", was den Mitgliedern der Tischlerzunft untersagt sei. Sie essen uns das Brotfort, obwohl sie nur Zimmerleute und nicht gelernte Tischler sind."

In dem ausführlichen dritten Teil des Bandes verfolgt die Verfasserin die stilisti-sche Entwicklung der siebenbürgisch- sächsischen Schreinermalerei anhand desüberkommenen Möbelbestandes, welchen Roswith Capesius in langjähriger Feld-forschung ausfindig gemacht oder erfragt und einer gründlichen wissenschaftlichenUntersuchung unterzogen hat. Der heutige Sachbestand umfaßt aber auch etlicheaufschlußreiche Stücke, die Capesius nicht erwähnt, darunter aufwendig gearbeite-te, mit Füllung und geschnitztem Rahmenwerk versehene Hermannstädter Bürger-truhen des 17. Jahrhunderts. Desgleichen ist ein Paradebett mit Thronhimmel zunennen, das sich im Besitz des Brukenthalmuseums befindet. Wir erwähnen sie nur,weil diese Stücke die im Buch weniger behandelte und auch bildlich kaum vertreteneMöbelmalerei Hermannstadts belegen. Jedoch muß auch hier immer wieder hervor-gehoben werden, daß gültige Erkenntnisse, die zu einem Gesamtbild siebenbür-gisch- sächsischer Schreinermalerei und ihrer bestimmten Einordnung ins europäischAnaloge geführt hätten, nur durch Vergleiche und Bezugnahmen auf das,

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