Nordirland) erschienen. Sein Verfasser Ronald William Brunskill ist Schüler vonProf. R. R. Cordingley an der Manchester University School of Architecture undgehört heute wohl zu den namhaftesten Vertretern der englischen Hausforschung.Er bietet uns in dem seit 1971 schon viermal neu aufgelegten, nunmehr in zweiterrevidierter und erweiterter Ausgabe vorliegenden Handbuch eine wirklich zuempfehlende Wegleitung in das gesamte Gebiet der englisch- walisischen Hausfor-schung. Sie zeichnet sich durch ihre klaren und übersichtlichen Textabschnitte ausund besticht durch die ebenso klaren und anschaulichen, reichhaltigen Bildbeigabenin Form von gezeichneten, vielfigurigen Tafeln und ergänzenden Fotos. Dazu gibtder Verfasser( S. 18-33) in den einleitenden Abschnitten kurze, aber sehr prägnan-te Informationen zur Forschungsentwicklung in England, zur Begriffserklärung( dreiArten der Volksarchitektur: Wohnbauten landwirtschaftliche Bauten In-dustriebauten; vier Größentypen: Great House- Large House- Small House-Cottage; vier Stilschichten: Adelsbauten- Mittelstand- Zwischenschicht und länd-lich- bäuerliche Schicht mit völlig verschiedenen Alterszuweisungen) sowie zum eng-lischen Begriff der„ Vernacular Architecture“ überhaupt.
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Es folgen die besonders instruktiven, zentralen Abschnitte zur Bautechnik mitdem Wandbau, Dachwerk, Anlagen und Grundrissen und den zahlreichen Bau-details( S. 34-141). Dann werden die Bautypen der Landwirtschaft mit Siedlungs-und Gehöftformen, Ställen, Scheunen, Speichern und so fort bzw. die des städti-schen und ländlichen Gewerbes und die traditionellen Industriebauten( Hallen,Wind- und Wassermühlen, Schmieden, Hoch- und Keramiköfen) vorgeführt undauch jeweils historisch dargestellt( S. 142-183). Sehr instruktiv sind ferner ver-gleichende und zusammenfassende Kartenübersichten zu den wichtigsten Bau-elementen der englischen Landarchitektur( Steinbauten, Ziegelbauten, Lehm-wände[ engl. clay], Cruckkonstruktion, Fachwerkbauten, Dachmaterialien, Herd-oder Kaminräume)( S. 184–199). Dann folgen Hinweise auf die von England ausbeeinflußte Architektur Nordamerikas( S. 200-209). Das Buch schließt mit prakti-schen Anleitungen zum Studium der Volksarchitektur und mit einer rechtinstruktiven Bibliographie zur englischen Hausforschung( S. 210-242) samt einemStichwort- Index.
Das Werk von R. W. Brunskill erfüllt ohne Frage den Zweck eines Handbuchesund bietet die wichtigsten Grundinformationen über das historische und sehrdifferenzierte Hauswesen im eigentlichen England. In seiner Klarheit und wohl-fundierten Übersichtlichkeit möchte man es nicht nur dem Hausforscher und dervergleichenden Siedlungsforschung in Europa empfehlen, sondern darüber hinausjedem Volkskundler wie auch Anglisten, Germanisten und Geographen. Bei derEigenart und der stark archäologisch orientierten bisherigen Architekturforschungin England vermag dieses sehr praktisch ausgelegte Handbuch auch sehr nützlicheBrücken von deren begrifflichen Besonderheiten und bedeutenden Forschungstradi-tionen zur übrigen, vor allem zur mitteleuropäischen„ Hausforschung" zu schlagen.Oskar Moser
Henri Raulin, L'architecture rurale française- Corpus des genres, des types et desvariantes: Dauphiné( Collection dirigée par Jean Cuisenier, Musée national desarts et traditions populaires), Berger- Levrault, éditeur-( Paris 1977). 277 Seiten,Zeichnungen, Pläne, Karten, Fotos, Tabellen, Bibliographie.
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