Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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nämlich Salent im Süden von Apulien, befaßt. Interessant für dieses Gebiet ist vorallem die enge ethnische, kulturelle und sprachliche Verbindung mit Griechenland,die natürlich großen Einfluß auf die salentinische Kultur ausgeübt hat. Bronzini wid-met seine Untersuchung daher dem Versuch, den Grad der griechischen Elementeder erzählenden Volkslieder im Verhältnis zu ihrem Grad der Latinität zu messen,wobei die italische Grundlage(...) berücksichtigt wird, ebenso wie die Ver-mischung der griechischen und lateinischen Textformen. Rolf W. Brednich( Frei-burg i. Br.) behandelt Die Funktion von religiösen Erzählliedern bei den hutteri-schen Wiedertäufern in Kanada, die Bedeutung, welche die Lieder und das Singenim täglichen Gemeinschaftsleben dieser bewußt mit strengen Traditionen lebendenGruppe einnehmen. Neben den Situationen, zu denen gesungen wird, geht Brednichauch auf die Aufführungspraxis, den Inhalt, die Entstehungs- bzw. Verbreitungs-geschichte des Liedgutes und die Frage nach der inneren Gebrauchsbestimmung"ein. Hermann Strobach( Berlin/ DDR) setzt sich in seinem Vortrag mit deutschenBalladen als Arbeitslieder auseinander, als direkte rhythmische Begleitung von be-stimmten Arbeitsprozessen am Beispiel von Seemanns- Liedern. Wieder zurücknach Griechenland kehrt Konstantinos D. Tsangalas( Ioannina) mit seinem Aufsatzüber Die Problematik der Erforschung sozialer Funktionen von Balladen. Funk-tionswandel, Polyfunktionalität usw. mit Anschauungsbeispielen aus dem Balladen-schatz Thessaliens. Dagmar Burkhart( Berlin) untersucht den Funktionswandelbalkanischer Volksballaden. Das Lied besitzt in Verbindung mit rituellen Handlun-gen als Markierung von Punkten im Jahres- und Lebenslauf im Sinne der, rites depassage" von Arnold van Gennep eine bestimmte Funktion im Rahmen der Gesell-schaft, einer sozialen Gruppe, wobei dieses System nicht als starr betrachtet werdendarf, sondern einer ständigen Veränderung und Anpassung unterworfen ist. Fast je-de Kulturform ist polyfunktional, das heißt, sie erfüllt ein ganzes Bündel von Funk-tionen mit unterschiedlicher Wertigkeit, ändert sich die Hauptfunktion, ändert sichin der Regel auch die Substanz( Form und Inhalt) und die Trägerschicht. An dreiBeispielen aus Bulgarien, Rumänien und Griechenland zeigt nun Dagmar Burkhartauf, wie je eine der Balladen umfunktioniert wird zu einem Hochzeits-, zu einemOster- und zu einem Weihnachts- bzw. Neujahrslied. Anschließend berichtet RadostIvanova( Sofia) über die Volksballade im Kontext bulgarischer Bräuche( ,, The FolkBallad in the Context of Bulgarian Rites"). Lieder mit balladenhaften Motiven unddie damit verbundenen Bräuche und Rituale sollen vor allem apotropäische Wir-kung haben und vor bösen Einflüssen, Krankheiten, Dämonen und anderen Gefah-ren beschützen, von denen besonders Unverheiratete bedroht werden. Stefan Top( Löwen), der seit 1975 an der Katholischen Universität Löwen ein Volksliedprojektleitet, stellt seine Studien zum Repertoire einer 88jährigen flämischen Volkslied-sängerin: Zielsetzung, Problematik und erste Ergebnisse" vor und setzt fünf Schwer-punkte für die Analyse von Lied und Sänger, die den Untersuchungsansatz sehr ge-nau und detailliert aufgliedern. The Circumstances of the Renewal of a HistoricalLegend in the Balkans, nennt Jean Ure( Edinburgh) ihren Beitrag, der sich mit derErzählung von der Ermordung einer fürstlichen Familie in Konstantinopel im Jahre1714 als einem historischen Motiv beschäftigt.

Im abschließenden Teil III Fragen der regionalen europäischen Balladen-kataloge" referiert Stojanka Bojadžieva( Sofia) über die Katalogisierung der bulga-rischen erzählenden Lieder" und geben Mary E. Brown( Bloomington) und PaulSmith( Sheffield) einen Research Guide", der nicht als exakter Fragebogen

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