Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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,, Erinnerungsstücken" auch viele persönliche Briefe, Fotografien und andere Unter-lagen enthielt. Es wäre wünschenswert, wenn eine so umfassende biographische Zu-sammenschau dieses Gelehrtenlebens festgehalten werden könnte, sei es durcheinen kleinen Katalog oder auch unter Anwendung heutiger technischer Möglichkei-ten wie Mikroverfilmung. Die Mühe, soviel auch aus persönlichen Sammlungenstammendes Material zusammengestellt zu haben, sollte mit dem Ende der Ausstel-lung nicht verlorengehen; gerade in Hinsicht auf die verstärkten Bemühungen umdie Aufarbeitung von Fach-, Personen- und Institutionengeschichte kann daraufeigentlich nicht verzichtet werden.

Eva Kausel

Europapreis für Volkskunde an Karl Haiding

Der ehemalige Leiter des Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels im steirischenEnnstal, Hon.- Prof. Dr. Karl Haiding, wurde mit dem Europapreis für Volks-kunst der Stiftung F.V.S. zu Hamburg ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung fandim Mai 1984 im Marmorsaal des Schlosses Trautenfels statt. Univ.- Prof. Gösta Bergaus Stockholm hielt in seiner Eigenschaft als Kuratoriumsmitglied der StiftungF.V.S. die Laudatio, worin das wissenschaftliche und volkskundlich museologischeLebenswerk von Karl Haiding gewürdigt worden ist. Vor allem Erwähnung fand diein den Nachkriegsjahren unter sehr schwieriger Voraussetzung begonnene systema-tische Erfassung und Darstellung des überlieferten Kulturgutes des Steirischen Salz-kammergutes und Ennstales, womit die Grundlagen für das heute als Zweigstelle desSteiermärkischen Landesmuseums Joanneum geführte Landschaftsmuseum SchloßTrautenfels geschaffen worden waren. Als Sammler und Erforscher der österreichi-schen Erzählüberlieferung und des Kinderspiels hat sich Karl Haiding internationaleGeltung verschafft.

Die Gemeinde Stainach im Ennstal, wo Karl Haiding seit dem letzten Krieg ansäs-sig ist, hat ihrerseits die Persönlichkeit von Karl Haiding durch Ernennung zu ihremEhrenbürger gewürdigt. Von Stainach aus hat Karl Haiding in den vergangenenmehr als dreißig Jahren mit hohem Einsatz für seine Wissenschaft und für das Land-schaftsmuseum Schloß Trautenfels gewirkt. Neben der Gründung, dem Aufbau undder langjährigen Leitung dieses im Verband der österreichischen Volkskunde-museen bedeutenden Institution hat Karl Haiding, der vom Verein für Volkskundein Wien bereits vor Jahren mit der Zuerkennung der Michael- Haberlandt- Medailleausgezeichnet worden ist, von seinem Nachkriegswohnsitz aus seine wissenschaft-lichen Arbeiten und Veröffentlichungen über die alte bäuerliche Arbeits- und Gei-steskultur und insbesondere über das alte Erzählgut fortgesetzt.

In Verbindung mit der Verleihung des Europapreises für Volkskunst, der in die-sem Fall einer Einzelperson zuerkannt worden ist, hatte das Institut für Musik-ethnologie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz zur Eröff-nung der 9. Arbeitstagung der Studiengruppe für die Katalogisierung von Volks-weisen des International Council für Traditional Music in der UNESCO eingeladen,die vom 20. bis 25. Mai 1984 in Pürgg im Ennstal abgehalten wurde und an der nam-hafte Wissenschaftler aus 18 Ländern teilgenommen hatten. Die Tagung, überwelche eigens berichtet werden soll, stand unter der Leitung von Hochschulprofes-sor Dr. Wolfgang Suppan, Vorstand des Instituts für Musikethnologie der

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