Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Sachen werden Verständnisbrücken gebaut, die die Beziehungen zwischen Ver-ehrungsformen und Kunstepochen, zwischen sakralem Gerät und Liturgie, zwischenvergangener und gegenwärtiger Frömmigkeit herstellen.

So darf man das Grazer Diözesanmuseum auch ein beispielhaft breitenwirksamesMuseum nennen, das die gesamte Bevölkerung, Fachleute und Laien, Kinder undPensionisten, Katholiken und Nichtkatholiken ansprechen will. Dazu gehört auchdie Art des Museumspersonals: Neben der Geschäftsführerin und einer Sekretärinarbeiten nur Studenten als Führer, Aufseher und Kassiere. Für diese und alle privatInteressierten finden jährlich vor jeder Ausstellung Einführungskurse( im Museum,in Werkstätten, bei Sprechtechnikveranstaltungen) statt, die allen jenen, welche mitden Besuchern in Kontakt treten, die nötigen profunden Kenntnisse über Ausstel-lung und Museumsdidaktik vermitteln. Dynamik, Freundlichkeit und Flexibilitätaller Mitarbeiter sind oberstes Gebot.

Fachliteratur zum Ausstellungsthema liegt ständig an der Kasse auf und kann ineiner Leseecke im Foyer gelesen, großteils auch direkt im Museum gekauft werden.Grafiken, Ansichtskarten, Prospekte und Dias runden das Informationsangebot ab.Ulrike Aggermann- Bellenberg

Festakt aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Viktor von Gerambim Steirischen Volkskundemuseum zu Graz

Am 24. März veranstaltete das Steirische Volkskundemuseum im Gedenken anden 100. Geburtstag seines Gründers einen Festakt in der St.- Antonius- Kirche undeine Sonderausstellung über das Leben und Wirken Viktor von Gerambs. Aus ganzÖsterreich kamen Schüler, Freunde und Vertreter des Faches aller Generationen.

Viktor von Geramb wurde am 24. März 1884 in Deutschlandsberg geboren, arbei-tete nach Beendigung seiner Studien als, wissenschaftlicher Hilfsarbeiter" im steiri-schen Landesarchiv und konnte 1912/13 in den Räumen des ehemaligen Klosters inder Paulustorgasse seinen langgehegten Plan verwirklichen und ein eigenes Volks-kundemuseum einrichten. In den zwanziger Jahren habilitierte sich Geramb für dasFach Volkskunde und wurde nach dem Krieg der erste Ordinarius für dieses Fachin Österreich.

Anfang Jänner 1958 starb Viktor von Geramb; wie die Feier zu seinem 100. Ge-burtstag bewiesen hat, lebt er aber weiter im Gedächtnis derer, die ihn noch kann-ten, und im Geiste seiner direkten Nachfolger sowohl an der Universität wie auchim Museum, aber auch all der vielen in der Steiermark und in ganz Österreich imSinne der traditionellen Volkskunde und ihrer Pflege Tätigen.

Nachdem am 23. März eine Gedenktafel an Viktor von Gerambs Geburtshaus inDeutschlandsberg enthüllt wurde, begrüßte am 24. März Dr. Maria Kundegraber,Leiterin des Volkskundemuseums, die zahlreichen Anwesenden in der St.- Anto-nius- Kirche. Landesrat Professor Kurt Jungwirth würdigte die Bedeutung Viktorvon Gerambs für die Steiermark, und Professor Dr. Hanns Koren hielt eine sehr per-sönliche Laudatio, in welcher auch die Bedeutung anderer Gelehrter und Freundeauf das Werk Gerambs hervorgehoben wurde.

Anschließend wurde in den Räumen des Steirischen Volkskundemuseums eineGedenkausstellung für Viktor von Geramb präsentiert, die neben offiziellen

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