für Völkerkunde in Berlin veranstalteten und in einem stattlichen Katalog festgehal-tenen Ausstellung dargelegt erhalten haben.
Mit einer Einladung zum Verweilen bei einem bescheidenen Büffet in den Räu-men der Schausammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde fand dieGeneralversammlung 1984 ihren gesellschaftlichen Ausklang.
,, Lampen
Leuchter
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( Berichterstatter: Klaus Beitlund Franz Grieshofer)
Licht." Sonderausstellung des Österreichischen Museumsfür Volkskunde in der Außenstelle Schloßmuseum GobelsburgSeit achtzig Jahren befindet sich die bedeutende Sammlung altertümlicher Be-leuchtungsgeräte, die der Maler Oberstleutnant Ladislaus Edler von Benesch inden Ländern der altösterreichischen Monarchie erworben hat, im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde in Wien. Ladislaus Benesch, 1845 in Austerlitz geboren,1922 in Wien verstorben, hatte während seiner vierzigjährigen Militärlaufbahn, dieihn in alle Länder der Monarchie führte, neben seiner künstlerischen Betätigung alsLandschaftsmaler und Freihandzeichner eine rege Sammeltätigkeit entwickelt. Biszu seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Heer im Jahre 1904 war diese Sammlungauf 1206 Objekte angewachsen, die das Beleuchtungswesen vom Mittelalter bis zurMitte des 19. Jahrhunderts in Österreich- Ungarn, insbesondere den Alpenländernund den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten anschaulich bezeugen.
Ein Teil dieser umfassenden Sammlung wird nun zum ersten Mal im Rahmen derdiesjährigen Sonderausstellung„, Lampen Leuchter Licht im SchloßmuseumGobelsburg präsentiert. Die Ausstellung soll das Werk Benesch' würdigen und denkulturhistorischen Überblick auf dem Gebiet des traditionellen Beleuchtungswesensvermitteln. 270 ausgewählte Objekte dokumentieren die Vielfalt alter Beleuch-tungsmöglichkeiten, die mit den Petroleumlampen ihren Höhepunkt gefundenhaben. Ergänzt wurde der Sammlungsbestand durch Lampen aus der Zeit der auf-strebenden Industrie. Entwicklungsgeschichtlich betrachtet reicht das ausgestellteMaterial von den Beleuchtungsgeräten für Holz, den Kien- bzw. Lichtspanhaltern,die vereinzelt bis in unser Jahrhundert hinein in Gebrauch waren, über die Öl- undTalglampen, die vielfältigen Leuchter für Wachs- und Talg( Unschlitt) kerzen, dieweiterentwickelten Öl- bzw. Moderateurlampen, die seit 1860 auf dem europäischenMarkt befindlichen Petroleumlampen bis hin zu den ersten Lampen für Gas undelektrisches Licht. Das Licht geht uns alle etwas an, das Licht gehört zu unseremLeben, und insofern mag eine Ausstellung zu diesem Thema gerade in einem Volks-kundemuseum seine Berechtigung haben. Ohne entsprechendes Lichtgerät gäbe eskeinen modernen Arbeitsablauf. Es fällt heute schwer, sich vorzustellen, wie maneinst die langen Abende ohne die Möglichkeit einer entsprechenden künstlichen Be-leuchtung für dringende häusliche Arbeiten nützte. An Hand der ausgestellten Ob-jekte soll nun dem Besucher gezeigt werden, unter welch einfachen Lichtverhältnis-sen, bei zeitraubender Instandsetzung und dauernder Wartung- gemessen an unse-ren heutigen Ansprüchen- die Leute früher gearbeitet haben.
Die Ausstellung, zu der ein gedruckter Katalog( 83 Seiten, 44 Abbildungen) er-schienen ist, wird auch noch im nächsten Jahr zu sehen sein.
Gudrun Hempel
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