Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Volkskundliche Erkenntnisse für dieÖsterreichische Pflichtschulpädagogik

Von Franz Deimbacher

Zur Einleitung

Die vorliegende Studie tritt dafür ein, volkskundliche Erkennt-nisse für den Bereich der Pflichtschulpädagogik zu erschließen unddamit auch für die allgemeine Volksbildung fruchtbar zu machen.Die Vorschläge dazu leitet der Autor von seiner eigenen Lehrer-tätigkeit ab.¹) Auszugehen ist dabei von der Tatsache, daß die-jenigen öffentlichen Schulen, in denen alle Kinder ihre grund-legende Allgemeinbildung erhalten, zu den lebenswichtigen Ein-richtungen moderner Staaten gehören. 2) So gesehen ist die Volks-schule( heute weiter aufgegliedert in die Vorschulstufe, Volks-schulgrund- und-oberstufe, Hauptschule, Sonderschule und Poly-technischer Lehrgang) durch ihr eigenes Wesensgesetz dazu be-stimmt, alle geistigen Kräfte des jungen Menschen zu wecken undzu entwickeln, das Allgemein- Menschliche zu betonen und damitder Gesamtheit aller Schichten des Volkes zu dienen.³) AuchÖsterreich schafft sich damit die für sein Staats-, Kultur- und Wirt-schaftsleben notwendige Bildungsbasis.4) Diese sichert der nach-wachsenden Generation im Grunde erst das Recht auf( auch wei-terführende) Bildung.

Von größter Bedeutung für die Lehrer der genannten allgemein-bildenden Schulen sind dazu die Pädagogischen Akademien unddie Pädagogischen Institute. Sie bieten ihren Absolventen die Aus-bildung und, einmal im Beruf stehend, die Fortbildung. Insofern,als die Lehrer der Pädagogischen Akademien und der Pädagogi-schen Institute auch an den Universitäten und Hochschulen fürMusik und darstellende Kunst ausgebildet sein müssen³), sind die

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