Zinngeschirr; Weinkannen; Kaffee- und Teekännchen; Glas; Schnapsflaschen;Waschbecken und Handtuchhalter.- Feuer und Licht: das Feuermachen; Beleuch-tung; Wärmepfannen, Feuerböcke.
Die Gliederung spiegelt das herkömmliche Konzept, den überkommenen Bestandund die heutige Aufstellung des Innsbrucker Museums, welches im besten Sinn desWortes ein Volkskunstmuseum ist, auch wenn diese Ausrichtung der Sammlung-die Autoren haben es durch die Heranziehung der von ihrem frühen Vorgänger KarlRadinger in der Kulturzeitschrift„ Der Föhn“( Jg. 1909/10, S. 33 ff.) angestelltendiesbezüglichen Überlegungen eigens betont- und ihre zukünftige Orientierung zueinem Volkskundemuseum immer wieder einer Überprüfung zu unterziehen seinwird. Ein gedanklich durchkonzipiertes Ordnungs- und formales Beschreibungs-system der herkömmlichen Geräte und Gegenstände des Haushalts, wie ein solchesbeispielsweise die französische Volkskunde sogar in Buchform besitzt- Muséenational des arts et traditions populaires/ Centre d'ethnologie française: Systèmedescriptif des objets domestiques français. Sous la direction de M. de Virville,D. Gluck, M. Hamon, J. Nicourt, S. Tardieu; préface de J. Cuisenier. Paris, Edi-tions des musées nationaux, 1977. 291 Seiten-, kann und will der Katalog jedochnicht bieten; das ist sicherlich nicht seine Aufgabe.
Wolfgang Pfaundler, auch versierter Gestalter von Büchern, hat dem Katalog, derdem Tiroler Volkskunstmuseum und seinen Mitarbeitern ein sehr gutes Zeugnis aus-stellt, die überaus ansprechende äußere Aufmachung gegeben.
Klaus Beitl
Heinrich L. Cox, Die präindustriellen Pflüge und Haken der ehemali-gen preußischen Rheinprovinz. Aus: Rheinische Vierteljahrsblätter 47,Bonn 1983, S. 180-235, mit 6 Karten und 34 Abb.( als Sonderdruck).
Die vorindustriellen Pflugformen in den Landschaften beiderseits des Nieder-rheins zwischen Koblenz und Kleve fanden wegen ihrer auffallenden Konstruktionals Haken bzw. Krümmel- oder Sterz- Sohle- Pflüge( Typ IV nach František Šach) be-reits früh Beachtung in der Landwirtschafts- und Pflugliteratur. In ethnologischerHinsicht hat sich seit den zwanziger Jahren kein Geringerer als Paul Leser mehr-fach mit diesen rheinischen Pflügen befaßt. Seither gelten sie unter dem Namen,, Hunspflug" als eine der bekanntesten Altformen des Pfluges in Deutschland, ähn-lich etwa dem Schwarzwälder Stichelpflug, dem Mecklenburger Haken oder demböhmischen Nákolesnik und der südalpinen Arl. Mit den rheinischen Pflügen freilichverknüpfen sich bis heute manche ungelöste Fragen sowohl hinsichtlich ihrer No-menklatur als auch hinsichtlich ihrer Verbreitung, ihrer historischen Stratigraphieund ihrer technologischen Entwicklung.
Hier knüpft nun Heinrich L. Cox mit seiner Untersuchung an, indem er drei wich-tige neue Quellengruppen heranzieht und auswertet, nämlich die Nacherhebungenzum Atlas der deutschen Volkskunde von 1965 über„ Die alte bäuerliche Feld-arbeit“, ferner die Archivbestände des„ Rheinischen Wörterbuches" in Bonn von1910/11 bzw. 1925 und vor allem die Bestände an Originalgeräten der rheinischenMuseen. Der Verfasser geht dabei aus von jenem alten rheinischen Holzpflug, den erals ,, rheinischen dreiseitigen Kehrpflug mit Vorderkarren, mit umsetzbarem wech-selweise arbeitendem Streichbrett und mit einer Schar" definiert,„ die den Krümmel
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