Vernacular Architecture, edit. by G. R. J. Currie/ London, V.A.G., 4 Humber-stone Road, Cambridge CB$ 1 JE, vol. 13( 1982), 55 Seiten, illustr., zahlreichePläne, Zeichnungen, Baulisten und Karten.
Vernacular Architecture, edit. by Mrs. Pauline Fenley/ Amersham, V.A.G., 16Trefor Road, Aberystwyth, Dyfed SY23 2EH, vol. 14( 1983), 72 Seiten, illustr.,zahlreiche Pläne, Zeichnungen, Karten, Bibliographien und Baulisten.
Die beiden letzten Hefte dieser englischen Zeitschrift für Hausforschung!) bringenwieder zahlreiche, thematisch sehr vielseitige Beiträge, auf die wir generell hinwei-sen. Hier kann nur einzelnes angezeigt werden, das aus der Sicht einer vergleichen-den europäischen Hausforschung besonderes Interesse verdient. So die Studie vonF. H. A. Aalen zur Hausforschung in Griechenland und über die traditionellenHausformen auf Südeuböa( 13/ p. 5-19, 7 Abb.). Der Verfasser verweist auf ein-schlägige englische und griechische Literatur und benutzt u. a. auch das große maẞ-gebende Werk von Georgios A. Megas( 1951). In der Ägäis bildet die Grenze zwi-schen dem Haus mit Plattform- Dach und geneigtem Dach eine entscheidende,klimatisch bedingte Kulturgrenze. Der kubische Hauskörper mit völlig flachemDach ist die beherrschende Bauweise Südwestasiens und Nordafrikas, die in Europanur auf die Trockenzonen Südspaniens und der griechischen Inseln, weniger auf Süd-italien übergreift. Aalen befaßt sich nun mit acht historischen Stilvarianten diesesHaustyps der Cykladen auf Südeuböa, dessen zentraler Haupt- und Herdraum auchhier noch ,, Haus"( griech.: spiti) genannt wird und dessen wichtigstes Außenmerk-mal die offene, traufseitige Veranda( griech.: protoon) darstellt. Wertvoll ist auchdie anschließende Beschreibung der Neben- und Außengebäude auf Südeuböa, dersogenannten„ Drachen-“,„ Feld-“ oder„ Hirtenhütten" bzw. der euböischen,, Mandra", durchwegs Steinbauten und zum Teil solche vom Typ der Trulli.
Prof. M. W. Barley untersucht hingegen Haus- und Scheunenbauten der nord-westlichen Dordogne in Frankreich in ihrer typischen Steinbauweise und in ihrenaltertümlichen Dachwerken( 13/ p. 23-25, 3 Abb.). Unter den Beiträgen zur engli-schen Hausforschung möchte man vor allem auf die beiden Aufsätze über die soge-nannte„ Heuberge“ oder den„, Vierrutenberg"( engl.: helm oder hovel) verweisen.Für diese Frühform der Scheune wird hier u. a. aus dem westlichen Yorkshire vonD. Woodward( 13/ p. 26-27) und von M. Airs( 14/ p. 50-51) wichtiges histori-sches Belegmaterial zusammengetragen. Heft 13 enthält schließlich( p. 39-47) einesehr eingehende und bemerkenswerte Diskussion bedeutender englischer Fachleutezu dem auch von uns seinerzeit referierten kühnen Rekonstruktionsversuch vonF. W. B. Charles betreffend das Wand- und( Sparren-) Dachgefüge zu bestimmtenarchäologischen Pfostenbauspuren.2) Demnach wären die Thesen von F. W. B.Charles weder archäologisch noch baugeschichtlich zu halten.
Heft 14( 1983) enthält mehrere, sehr gewichtige Beiträge zur Hausforschung inEngland und Australien. Davon seien wenigstens genannt: B. Meeson über Relik-te der Stabbauweise bzw. Spuren davon im Kerngerüst der St.- Lorenz- Kirche zuRushton Spencer( Nord- Staffordshire) mit interessanten Hinweisen auf mittelalter-liche Ständerbohlen- oder Stabbauten in England( 14/ p. 29-35, 4 Abb.); fernerC. R. J. Currie über die Wiederverwendung von Bauhölzern in der Architektur
¹) Vgl. ÖZV XXXV/ 84, H. 3, Wien 1981, S. 207–209; ÖZV XXXVI/ 84, H. 2,Wien 1982, S. 148 f.
70
2) ÖZV XXXVI/ 85, H. 2, Wien 1982, S. 148 f.