biogenetischer Reservate“, einem besonderen Anliegen von Kommern, u. a. m.Eine Aufgliederung der Museumsbauten mit den Erläuterungen eines Fachmanneserleichtert den Einblick in die Entwicklung des Museums. Besondere Aufmerksam-keit wird auch der historischen Landwirtschaft, etwa am Beispiel der Dreifelder-wirtschaft, gewidmet. Bilder vom Baugeschehen lassen die Mühen erahnen, die sichhinter jedem Bauwerk eines Freilichtmuseums verbergen, und bestätigen in ein-drucksvoller Weise die Richtigkeit des Vorhabens von Kommern. Insbesondere dieFarbbilder bekunden neben der hohen architektonischen Qualität der historischenBauten auch deren ästhetische Güte, die freilich nicht mit oberflächlicher ,, Lieblich-keit“ zu verwechseln ist.
Heidi Gansohr und Reinhard Sänger berichten ausführlich über„ Die Sammlungdes Landesmuseums für Volkskunde", die von landwirtschaftlichem Gerät undWerkzeug zu verschiedenem Hausinventar bis hin zu Möbeln, Keramik, Textilienund Trachten, Bildschmuck u. a. reicht. Die einzelnen Exponate sind mit Nummernund erläuternden Texten versehen.
Michael Faber stellt ,, das Freilichtmuseum als Lernort“ vor und zeigt ,, besondereVermittlungsmöglichkeiten“,„ das allgemeine Informationsangebot“,„ Betreuungvon Schülergruppen" u. a. Zweifellos zählt das Rheinische Freilichtmuseum zu denSchrittmachern der Museumspädagogik, und man wird auf diesem Weg auch ambesten an der Sackgasse der Verniedlichung und Bauernherrlichkeit sowie an derVersuchung, es Walt Disney gleichzutun, vorbeikommen.
Liselotte Schilling berichtet schließlich über„ Erhaltung, Pflege und Wiederher-stellung der Sammlungsgegenstände“, womit eine sehr aufwendige und mühsameTätigkeit aufgezeigt wird, die, zumindest im Bereich des Inventars, allen Museenauferlegt ist. In einem Freilichtmuseum gilt es allerdings, ganze Häuser nicht nur zuübertragen, sondern sie durch ständige und sorgfältige Pflegemaßnahmen auch wei-terhin zu erhalten.
Der Leistungsbericht und die Gedanken über die Zielvorstellungen von Kommernsichern dem Freilichtmuseum als Typus insgesamt den ihm gebührenden Platz imBereich der kulturhistorischen Museen. Der Landschaftsverband Rheinland ist zum25- Jahre- Jubiläum zu beglückwünschen, allen Beteiligten, die zum Erfolg und zurVerwirklichung des großen Kulturwerkes beigetragen haben, ist zu danken.
Viktor H. Pöttler
Stephanos D. Imellos/ Aik. Polymeru- Kamilaki. Paradosiakos ylikos vios tuelliniku lau( Erotimatologio). Athen 1983(= Veröffentlichungen des For-schungszentrums für Griechische Volkskunde, Nr. 17). 423 Seiten, 332 Abbildun-gen auf Tafeln( Die traditionelle materielle Kultur des griechischen Volkes. Fra-gebogen).
Der von Prof. Megas in den Kriegsjahren aus dem reichen Archivbestand desForschungszentrums für Griechische Volkskunde der Akademie Athen zusammen-gestellte Fragebogen, der im Jahrbuch des Griechischen Volkskundearchivs1939-1945 und als selbständiger Neudruck Athen 1975 erschienen ist und das gei-stige und soziale Leben des griechischen Volkes behandelte, hat in dem vorliegendenBand, bearbeitet von Prof. St. Imellos, dem ehemaligen Leiter des genannten For-
68