Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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in einem absehbaren Zeitraum zu erbringen. Unter diesem Aspekt vorausschau-ender Wissenschaftsplanung läßt sich ersehen, in welchem Ausmaß das Dehio-Handbuch Vorarlberg auch auf dem Gebiet der Volkskunde wertvollste Vorarbeitgeleistet hat.

Klaus Beitl

25 Jahre Rheinisches Freilichtmuseum Kommern. Bearbeitet von Michael Faber,Heidi Gansohr, Joachim Hähnel, Norbert Leduc, Dieter Pesch, ReinhardSänger, Liselotte Schilling(= Führer und Schriften des Rheinischen Freilicht-museums und Landesmuseums für Volkskunde in Kommern, Nr. 25). Köln,Rheinland- Verlag GmbH, 1983. 192 Seiten, zahlreiche Abbildungen.

Das Rheinische Freilichtmuseum Kommern hat zu seinem 25. Geburtstag seinenFreunden und der Fachwelt mit einer sehr beachtenswerten Festschrift eine freudigeÜberraschung bereitet. Der gut gestaltete Band erschien exakt als Nr. 25 der Füh-rer und Schriften des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseums für Volks-kunde in Kommern".

Die Publikation verfolgt die Aufgabe, Werden und Wachsen, die Arbeit am undim Museum", aufzuzeigen und erfüllt diesen Auftrag in vorzüglicher Weise.

Dieter Pesch spricht in seiner Einleitung von der Hochkonjunktur der Freilicht-museen, erwähnt Anfänge und Vorzüge dieses Museumstyps, der von der Versamm-lung ländlicher Bauten auf der grünen Wiese" bis zur heute angestrebten, ganzheit-lichen Darstellung" unterwegs ist. Pesch weist mit Recht auf die Nostalgiewelle"und die allfälligen Fehler der Freilichtmuseen hin, die ein Fehlverhalten im Publi-kum noch verstärken. Information und Bildungsauftrag können daher nicht stark ge-nug betont werden, um den Besucher möglichst auf dem Weg historischer Wahrhaf-tigkeit durch ein Freilichtmuseum zu führen. Kommerns Auftrag, auch als Landes-museum für Volkskunde zu wirken, bietet hier zweifellos große Möglichkeiten, denBesucher für ein größeres Geschichtsbewußtsein" aufzuschließen.

Norbert Leduc gibt einen eindrucksvollen Überblick Zur Geschichte des Rheini-schen Freilichtmuseums", in dem alle Bemühungen um die Gründung, Planung undden Aufbau dargelegt werden. Hier muß auch der Name jenes Mannes genannt wer-den, der den Auftrag übernommen hatte, das Museum zu planen und aufzubauenund der diesen Auftrag in vorbildlicher Weise erfüllt hat: Dr. Adelhart Zippelius.Seine Bemühungen um die Idee des Freilichtmuseums haben ihm in internationalenFachkreisen größte Anerkennung eingebracht. Unvergessen sind auch die Leistun-gen von Gerhard Eitzen, dessen hauskundliches Wissen und dessen Können im Um-gang mit Bauernhäusern im Rheinischen Freilichtmuseum ihren sichtbaren Nieder-schlag gefunden haben. Im Jahre 1958 wurde der Museumsplan der Öffentlichkeitvorgelegt, am 20. Juli 1961 fand eine Teileröffnung des Museums statt.

Joachim Hähnel stellt Planung und Aufbau" des Rheinischen Freilichtmuseumsvor, das mit seiner Einteilung in räumlich voneinander getrennte Baugruppen einevorbildliche Konzeption aufweist. Man erfährt aus fachkundiger Sicht Einzelheitenüber den Museumsaufbau, so etwa über das Abtragen- in Kommern nennt man esAbbruch, obgleich dabei nichts brechen soll- und den Wiederaufbau der Objekteund deren Einrichtung, über die Anlagen der Hausgärten und das Projekt, Anlage

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