Literatur der Volkskunde
Wolfgang Brückner- Klaus Beit!( Hrsg.). Volkskunde als akademischeDisziplin. Studien zur Institutionenausbildung. Wien, Verlag der Österr.Akademie der Wissenschaften, 1983(= Sitzungsberichte der phil. hist. Klasse,Bd. 414- Mitteilungen des Instituts für Gegenwartsvolkskunde, Nr. 12)228 Seiten.
"... so läßt sich auch wohl behaupten, daß die Geschichte der Wissenschaft dieWissenschaft selbst sei"( Goethe, Vorwort„ Zur Farbenlehre").
Unter dieses Motto könnte man die gesammelten Referate eines wissenschaftsge-schichtlichen Symposions stellen, das vom 8. bis 10. Oktober 1982 unter der Leitungvon Wolfgang Brückner und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gegenwarts-volkskunde der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Würzburg veran-staltet wurde. Unter den Teilnehmern befanden sich neben deutschen, schweizerund österreichischen Fachkollegen auch Vertreter anderer Disziplinen, was auf dasweitverbreitete Interesse an Aufarbeitung von Fachgeschichte schließen läßt.
In seinem Vorwort„ Die Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde und die Institu-tionenerforschung in den Geisteswissenschaften" gibt Wolfgang Brückner einennicht unwidersprochen gebliebenen Überblick über Verlauf und Stand der Untersu-chungen, ergänzt durch eine Auswahlbibliographie.
Unter dem Obertitel„ Die Etablierung von Volkskunde als Universitätsfach unddie Institutionalisierung der Disziplin durch wissenschaftliche Vereinsarbeit“ findetman folgende Aufsätze: Helmut Eberhardt:„ Die Entwicklung des Faches Volks-kunde an der Karl- Franzens- Universität Graz"( vom Autor ist eine komplexere Aus-arbeitung des Themas, angeregt durch das Symposion, geplant. Die anderen öster-reichischen Lehrstühle wären vielleicht auch ein lohnendes Aufgabengebiet);Georg R. Schroubek:„, Wissenschaftsgeschichte und regionale Besonderheiten derVolkskunde an der Deutschen Prager Universität bis 1934"; Hans Trumpy:, Volkskundliche Forschung und Lehre an den deutsch- schweizerischen Universitä-ten und die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde"( mit einer sehr übersichtli-chen Tabelle im Anhang);- Rolf W. Brednich:„ Die volkskundliche Forschung ander Universität Göttingen 1782-1982"( als Antrittsvorlesung nach seiner Berufungnach Göttingen gehalten); Alfred Höck:„ Zur Geschichte der Volkskunde inHessen, vornehmlich an den Universitäten Gießen und Marburg"; Erich Wim-mer:„ Zur Volkskunde an Bayerischen Universitäten“ und Christoph Daxelmüller,
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