Bestandsaufnahme der mittelalterlichen Keramik in Österreich
Im Zuge der Durchführung eines Forschungsauftrages des Bundesministeriumsfür Wissenschaft und Forschung mit dem Thema„ Die Aussage der Archäologie zumspätmittelalterlichen Alltag in Österreich" wurden von der Bearbeiterin Dr. BrigitteCech die Bestände der österreichischen Museen durchgesehen. Die Kenntnis der inden Schausammlungen und Depots der Museen vorhandenen Originalobjekte mit-telalterlicher Keramik bildet die Grundlage für diese Untersuchung zur mittelalterli-chen Alltagskultur. Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Projektes bestand somit inder Aufnahme und Katalogisierung der vorwiegend unpublizierten Objekte, wobeiangesichts der großen Mengen dieses der Forschung bisher unbekannten Materialseine detaillierte Beschreibung der Objekte mittels der elektronischen Datenverar-beitung erfolgte. Gleichzeitig wurden die Funde, die vor allem Keramik, aber auchMetallobjekte und Glas umfassen, im Maßstab 1: 1 oder 1: 2 mit Tusche publika-tionsfertig gezeichnet. Für die EDV- gerechte Beschreibung wurde das vom Institutfür mittelalterliche Realienkunde der Österreichischen Akademie der Wissenschaf-ten verwendete Programm den archäologischen Erfordernissen angepaẞt. So wur-den für die Gefäße( Töpfe) ein Katalog relevanter Merkmale erstellt, wobei sich dieBemühungen vor allem auf die Möglichkeiten konzentriert haben, die Gefäßformobjektiv festzuhalten. In diesem Zusammenhang erwies sich die Aufnahme der Ge-fäße mittels eines Digitalisiergerätes als zielführend. Mit einer Testreihe von 100 Ge-fäßen wurde eine Clusteranalyse durchgeführt, die zufriedenstellende Ergebnissebrachte.
Aus dem Bestand des Österreichischen Museums für Volkskunde konnten4 Töpfe, 161 Bruchstücke von Töpfen, 6 Krüge, 11 Bruchstücke von Krügen, 4Bruchstücke von Flaschen, 6 Schalen, 2 Kannen, 14 Deckel, 13 Becher, 1 Bruchstückvon einem Becher, 6 Schüsseln, 2 Bruchstücke von Schüsseln, 5 Tonlämpchen, 2Trichter, 2 Teller, 2 Bruchstücke von Vorratsgefäßen, 7 Schmelztiegel, 2 Miniatur-gefäße und 1 Grapen aufgenommen werden. Unter den Bruchstücken von Töpfenfinden sich sehr viele mit Töpfermarken. Die übrigen Stücke geben einen gutenÜberblick über den Formenschatz der mittelalterlichen Keramik. Von Bedeutungsind außerdem Importstücke aus Brünn und Loschitz.
Für jedes einzelne Objekt wurde ein Karteiblatt im DIN- A4- Format angelegt. DieBeschreibung der einzelnen Objekte dieser EDV- Kartei der mittelalterlichen Kera-mik erfolgt nach folgendem Schema: N( Nummer): laufende Nummer/ Zeichnungs-nummer/ Negativnummer; S( Standort): Museum/ Katastralgemeinde/ Ortsgemein-de/ Politischer Bezirk/ Bundesland/ Inventarnummer; F( Fundort): Katastralgemein-de/ Ortsgemeinde/ pol. Bezirk/ Bundesland/ Adresse; X( Fundumstände): Fundanlaẞ/Fundplatz/ Zusammenhang/ Stratigraphie; L( Bestimmung): Terminus post quem/Terminus ante quem/ Literatur/ Provenienz; G( Gegenstand): Bezeichnung/ Typus/Material/ Erhaltung; T( Ton): Magerungsmittel/ Korngröße/ Brandfarbe/ Brandhär-te; Z( Farbe): Farbe außen/ Farbe im Bruch/ Farbe innen/ Oberflächenbehandlung;H( Gefäßteil): Form/ Verzierung 1/ Verzierung 2/ Technologie/ Glasur innen/ Glasuraußen; I( Gefäßteil): Name/ Form/ Verzierung 1/ Verzierung 2/ Technologie/ Glasurinnen/ Glasur außen.
Die Kartei der mittelalterlichen Keramik befindet sich im Institut für mittelalterlicheRealienkunde Österreichs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,A- 3500 Krems, Körnermarkt 13, und steht Fachkollegen zur Verfügung, die an
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