Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Landeskunde( Bonn) und vieler anderer Vereinigungen.( Im Nachruf für W. Kuhn,in: ÖZV XXXVII/ 86, 1983, S. 186, ist nicht der richtige Todestag angegeben.)Karl Haiding

Das Österreichische Museum für Volkskunde und das Konzept für eineNeustrukturierung der Bundesmuseen

Der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Dr. Heinz Fischer, hat ineiner Sitzung am 16. Februar 1984 den Direktoren aller Bundesmuseen das Kon-zept für eine Neustrukturierung der Bundesmuseen( Museumskonzept) zur Stel-lungnahme unterbreitet und anschließend in einer Pressekonferenz zur öffentlichenDiskussion gestellt. Im Mittelpunkt dieses Konzepts steht das einmalige Faktum,daß mit Ende des Jahres 1986 der Vertrag auslaufen wird, mit dem die WienerMesse- AG vom Bund die von Fischer von Erlach erbauten und in unmittelbarerNähe der beiden großen Bundesmuseen, nämlich des Kunsthistorischen und desNaturhistorischen Museums, befindlichen ehemaligen Hofstallungen( Messepalast)angemietet hat, und sich damit die einzigartige Gelegenheit bietet, das denkmalge-schützte Bauensemble in einen großräumigen Museumskomplex einzubeziehen.

Im Mittelpunkt der nunmehr zur Diskussion gestellten Planung steht die Zusam-menführung der Kunstbestände des 19. und 20. Jahrhunderts, die Vereinigung derSammlungen mittelalterlicher Kunst und die Raumbeschaffung für die Präsentationantiker Monumentalskulpturen im Bereich des zukünftigen MuseumskomplexesHofstallungen. Das Österreichische Museum für Volkskunde, obgleich währendeines früheren Diskussionsstadiums in den Entwurf für ein Museum humanum( Musée de l'Homme) im Komplex der Hofstallungen eingeschlossen, wird von die-sem Schwerpunkt des Museumskonzepts nicht berührt. Tatsächlich ist es auch so,daß das Wiener Volkskundemuseum durch den Ring von Zweig- und Außenstellen( Sammlung Religiöse Volkskunst in Wien, Schloßmuseum Gobelsburg, Ethnogra-phisches Museum Schloß Kittsee, Märchenmuseum Schloß Raabs, Präsentations-stelle und Studiensammlung Mattersburg) und den Ausbau von Studiensammlungenim Hauptgebäude und im ehemaligen Luftschutzbunker Schönbornpark im Verlaufder letzten Jahre sich jenen Raumbedarf und jene Infrastruktur schaffen konnte, diefür die Weiterentwicklung bis über die Jahrhundertwende hinaus wahrscheinlich er-forderlich sein werden. Neben der Restaurierung des Museumshauptgebäudes, wel-che im Frühjahr 1984 mit Hilfe von Mitteln des Wiener Altstadterhaltungsfonds unddes Bundesdenkmalamtes in Angriff genommen werden kann, und der Sanierungund Adaptierung der Innenräume des Gartenpalais' Schönborn für die Zwecke eineserneuerten Museumsbetriebes, welche planmäßig fortgesetzt werden soll, bleibt alsletztes grundsätzliches Desideratum die Schaffung einer entsprechenden räumlichenVoraussetzung zur Durchführung größerer Sonderausstellungen. Die diesbezüg-lichen Vorstellungen der Museumsleitung konnten nunmehr Eingang in das genann-te Konzept des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung für die Neu-strukturierung der Bundesmuseen finden, wo es unter Abschnitt III: Weitere Mög-lichkeiten einer Strukturverbesserung der Bundesmuseen heißt: 3. Dem Öster-reichischen Museum für Volkskunde sollte durch Überbauung des im anschließen-den Schönbornpark befindlichen ehemaligen Luftschutzbunkers mit einer Mehr-zweckhalle Gelegenheit zu einer größeren Entfaltung gegeben werden. Diese

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