Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Kulturgeschichte in der Ethnologie bezeichnet, als der er in zahlreichen internatio-nalen Gremien tätig war und durch seine Publikationen vielfältige Beachtung fand.Prof. Closs war nicht nur ein bedeutender Gelehrter und ein großartiger Lehrer, son-dern, wer ihn näher gekannt hat, mußte ihn auch als Mensch und treuen Freundschätzen.

Unvergessen wird indessen auch seine warmherzige persönliche Anteilnahme undVerbundenheit an Fortgang und Geschick der Volkskunde bleiben, zu deren Vertre-tern er bis in sein höchster Alter in einem geradezu kameradschaftlichen Verhältnisstand. Vor allem die steirischen Volkskundekollegen werden Alois Closs stets inlebendigem und dankbarem Gedenken behalten.

Oskar Moser

Kurz nach Vollendung seines 90. Geburtstages, den unsere Zeitschrift zum Anlaßeiner Würdigung des großen Gelehrten genommen hat( 1983/ S. 178), starb AloisCloss an einem Herzversagen. Seine geistige Frische hatte er sich bis in die letztenTage bewahrt. Zwei Tage vor Weihnachten diktierte er das Konzept eines von dreiBeiträgen für eine in Amerika erscheinende Zeitschrift, und noch im Krankenhaussprach er in der Erwartung baldiger Heimkehr von dessen Vollendung, doch am10. Jänner 1984 ging ein von unermüdlichem Forschungsdrang beseeltes Leben zuEnde. Das Institutum Canarium( die Gesellschaft zur Erforschung der Vorgeschich-te der Kanarischen Inseln und Weißafrikas) wird eine Sonderfolge der I.C.- Nach-richten seinem Mitbegründer und Ehrenmitglied widmen. Wer diese Zeitschrift unddie Jahresbände der noch umfangreicheren Institutspublikation Almogaren näherkennt, gewinnt einen zusätzlichen Eindruck von dem vielseitigen Wissen des derVolkskunde engverbundenen Ethnohistorikers und Religionswissenschafters, derauch mit den chinesischen Schriftzeichen und den Hieroglyphen vertraut war. Freun-de, Kollegen und Schüler werden seiner stets in Verehrung gedenken.

Karl Haiding

Walter Kuhns Bibliothek für die ostdeutsche Wissenschaft gesichertProf. Dr. Josef Joachim Menzel( Mainz) berichtet in der Septemberfolge 1983 derZeitschrift ,, Der Schlesier", daß Walter Kuhn noch auf dem Krankenbett kurz vorseinem am 25. August 1983 erfolgten Tod seine gesamte Bibliothek der ostdeutschenSiedlungsforschung( Mainz) überantwortet habe. Die Beisetzung des Verstorbenenerfolgte auf dem Friedhof der Siebenbürger Siedlung Rosenau( Seewalchen amAttersee) an der Seite seiner ersten Frau. Seine zweite Gattin Erika hat ihn in denletzten Lebensjahren in der wissenschaftlichen Tätigkeit unterstützt und aufopferndbetreut.

Das große Ansehen, das Walter Kuhn genoß, offenbarte sich in der Teilnahmevon Vertretern des Ostdeutschen Kulturrates( Bonn), des Johann- Gottfried-Herder- Forschungsrates( Marburg an der Lahn), der Historischen Kommission fürSchlesien( Mainz), der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische

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