Wopfner mit dem Thema„ Siedlung, Wirtschaft und Arbeitsjahr der Bergbauern inden Walsertälern Vorarlbergs". 1949 wurde Karl Ilg zum Leiter des Instituts fürVolkskunde bestellt, 1952 zum Titularprofessor, 1954 zum außerordentlichen und1961 zum ordentlichen Professor ernannt.
Seither ist Prof. Karl Ilg Lehrkanzelinhaber und Vorstand des Instituts für Volks-kunde. Im Studienjahr 1964/65 bekleidete er als erster Volkskundler das Amt desDekans der philosophischen Fakultät. In seiner Amtszeit wurde der Neubau der bei-den Fakultäten beschlossen. Die Erfahrungen vom Bau der Internationalen Studen-tenhäuser in Innsbruck, deren Geschäftsführer Karl Ilg seit 27 Jahren ist, kamen demDekan als Vorsitzender der Senatsbaukommission sehr zugute.
Der Bogen seiner zahlreichen Veröffentlichungen spannt sich von den Unter-suchungen zur Walserfrage über grundlegende Arbeiten zur Hauskunde bis hin zurVolksmedizin und Veröffentlichungen über Kleidung, Mode, Tracht. In den letzten15 Jahren verlegte Prof. Ilg den Schwerpunkt seiner Forschungen auf das Schicksalund die Leistungen der deutschsprachigen Kolonisten in Südamerika, die er in meh-reren Expeditionen aufgesucht hat. In fünf Büchern hat Prof. Ilg die erste wissen-schaftliche Volkskunde des deutschsprachigen Elements in Südamerika dargestellt.Für seine Verdienste wurde Prof. Ilg mit einer Reihe hoher Auszeichnungen vonBund und Ländern, aber auch mit kirchlichen Auszeichnungen und Orden geehrt.Seine Bemühungen in wissenschaftlichen, kulturellen und sozialen Belangen habenin mehreren südamerikanischen Auszeichnungen einen Niederschlag gefunden.( Aus:„ Tiroler Tageszeitung“ vom 28. Dezember 1983.)
Prof. Ilg wurde im Jahre 1979 eine Festschrift mit dem Titel„ Volk und Wissen-schaft. Beiträge zur Volkskunde Westösterreichs" gewidmet, worin auch seineBibliographie bis zum damaligen Zeitpunkt angeführt ist. Mit dem Datum 29. De-zember 1983 wurde die Nachfolge von Prof. Ilg auf die Planstelle eines ordentlichenUniversitätsprofessors für Volkskunde zur Wiederbesetzung öffentlich ausgeschrie-
ben.
Klaus Beitl
Univ.- Prof. Dr. Alois Closs †
Von vielen unbemerkt, ist im Jänner dieses Jahres in seinem 91. Lebensjahr Univ.-Prof. DDr. Alois Closs in Graz gestorben. Er war Mitglied des Instituts für Volks-kunde an der Karl- Franzens- Universität Graz, wo er bis in sein hohes Alter Völker-kunde las und vielen ein ebenso bedeutender wie unvergeßlicher Lehrer war. AloisCloss promovierte 1916 an der theologischen Fakultät in Graz. Er studierte von 1923bis 1927 hier an der Philosophischen Fakultät die Naturwissenschaften, wie er selbsteinmal sagte,„ zur Beurteilung der Evolution von da aus in den Geisteswissenschaf-ten“. Von 1933 bis 1936 hörte er sodann an der Universität Wien Ethnologie, Prähi-storie, Anthropologie, Germanistik und Sinologie. Schon dies zeigte die Weite sei-ner wissenschaftlichen Interessen, mit der er in seinen Forschungen späterhin immerwieder überrascht hat.
Wenn Alois Closs in seinen letzten Lebensjahren auch sehr zurückgezogen lebte,so stand er doch bis in die letzten Wochen seines Lebens immer noch mit vielen ingelehrtem Briefwechsel. Man hat ihn u. a. als„ Wegbereiter einer modernen
50
50