Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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wird eine Zeit sein, die Du, aus der Pflicht entlassen, nun ganz allein und frei eintei-len kannst: Dein Terminkalender- wenn Du einen zu führen gedenkst- ist ganz al-lein in Deine Hände gelegt. Was Du beobachten, beschreiben und was Du denkenwirst, wird immer auf dem gediegenen Grund des von Dir erworbenen und gemehr-ten Wissens verwiesen bleiben. Von Amts wegen entpflichtet, wird das strenge Ge-wissen, an das Du in allen Teilzeiten Deines Lebens Dich gebunden wußtest, Weg-weiser und Kompaß bleiben. Das gute, kärntnerische Gemüt, das Du, wie es Wil-helm Heinrich Riehl von einem rechten Mann verlangt, im Klang und Tonfall Deinesgesprochenen Wortes nie verleugnen wolltest und konntest Dein kärntnerisches

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Gemüt, angereichert vom Erlebnis der Steiermark, des Tochterlandes Kärntens,werden Licht und Wärme Deines Lebens bleiben.

Im Vertrauen auf eine Ordnung und einen Sinn der Welt, dem wir uns unterstelltglauben und der uns in einer verwirrenden Zeit um das Leben der Kinder und EnkelWillen contra spem sperare läßt, sollst Du in allen kommenden Jahren Dir dieArbeitsfreude und die Zuversicht bewahren, die Dich all die Jahrzehnte herauf ge-stärkt und geleitet haben. Auf ein erfülltes Leben blickst Du zurück, und ein sich im-mer noch erfüllendes Leben wird Dir in Gesundheit beschieden sein.

Deine Mitarbeiter haben Deine Freunde, Deine ehemaligen und gegenwärtigenSchüler eingeladen, diese Feierstunde zu Deinem Geburtstag zu begehen. Sie habenaber auch eine schöne und sinnvolle Gabe vorbereitet. Kollegen, Freunde und Schü-ler haben zu einer Festschrift Arbeiten und Studien gesammelt, die im weitesten Sinnum ein Hauptthema Deiner Lebensarbeit, die Hausforschung, kreisen. Daß sie-die Hausforschung- sich nicht einfach als Realienkunde abtun läßt, sondern auchein Teil der Wissenschaft vom Menschen ist, wird in dem Beitrag unseres FreundesKretzenbacher deutlich gemacht. Eines der wichtigsten Kapitel ist die BibliographieOskar Mosers, die vom Fleiß, von der Vielfalt Deiner Interessen und Deinem wis-senschaftlichen Ernst Zeugnis gibt. Deine Schülerin Ulrike Aggermann- Bellenberghat sie sorgfältig zusammengestellt. Wir alle, die wir an dieser Stunde teilnehmendürfen, danken auch den bewährten und besorgten Herausgebern, voran HelmutEberhart, Volker Hänsel, Günter Jontes und nicht zuletzt Frau Elisabeth Katschnig-Fasch, die Dir nun- und das ist der Höhepunkt der Feier- die Festschrift zu Dei-nem 70. Geburtstag überreichen wird.

Hanns Koren

Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg- 70 Jahre

Der Vorstand des Instituts für Volkskunde( Europäische Ethnologie) an der Tiro-ler Landesuniversität in Innsbruck, Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg, hat am 23. Dezember1983 sein 70. Lebensjahr vollendet.

Er wurde als Sohn des Schuldirektors Ferdinand Ilg in Dornbirn( Vorarlberg) ge-boren. Nach der Matura studierte Ilg an der Universität Innsbruck die Fächer Geo-graphie, Geschichte und Volkskunde. Im Jahre 1937 promovierte er zum Dr. phil. Inden folgenden Jahren begab sich der Jubilar zur Vertiefung seines Wissens nachRom, München und Freiburg. Nach fünf Jahren Kriegsdienst( Offizier bei der Luft-waffe) begann Karl Ilg seine wissenschaftliche Karriere in Innsbruck als Assistent amInstitut für Volkskunde. Im Jahre 1946 habilitierte er sich bei Prof. Hermann

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