verschiedensten Gremien: die Kärntner Landsmannschaft gehört dazu und derFachverband für Volkskunde in Österreich.
Ich freue mich aufrichtig über die Ehre, daß ich Dir jetzt im Namen Deiner Mit-arbeiter, Deiner Schüler und Deiner Freunde und Kollegen gratulieren darf, dasheißt, Danksagen für alles, was Du für unsere Volkskunde insgemein und für dieLehrkanzel und das Institut an der Grazer Universität geleistet hast. Du bist der stei-rischen Hochschule seit Deiner Matura verbunden gewesen. Du hast Romanistikund Germanistik studiert, weil es einen einigermaßen sicheren Brotberuf anzustre-ben galt, aber Dein Herz gehörte von Anfang an der Volkskunde. Es war unsergemeinsamer Lehrer Viktor v. Geramb, der das Verständnis und das Wissen, die vorallem die volkskundliche Realienforschung brauchte, vermittelte. Was ihm seinegroßen Vorbilder und Lehrer Rudolf Meringer und Karl Rhamm vor allem mit ihrenMethoden und genialen Einblicken in wissenschaftliches Neuland als vermehrendemErben gegeben hatten, vermittelte er auch Dir: In dem kleinen Hörsaal bei den Ger-manisten, im ,, volkskundlichen Apparat", dem Meringer in seinem Institut ein klei-nes Zimmer eingeräumt hatte, während der seminarartigen Sprechabende in der,, Wirtsstube" des Volkskundemuseums in der Paulustorgasse und auf vielen Exkur-sionen, die immer noch Wandertage und Ausflüge in eine von seither verlorenenTraditionen erfüllte Landschaft gewesen sind. Es war ein guter, für das Fach begei-sterter Freundeskreis, in dem Du Dich bewegtest. Leopold Kretzenbacher undFranz Lipp haben mit vielen anderen zu ihm gehört.
Oswin Moro, der Kärntner Freund Gerambs, ist mit seinen auf das Kleinste be-dachten Beobachtungen und mit seiner beispielgebenden Einfühlung in die volks-tümliche Welt auch für Deinen Weg in die Wissenschaft eine vorbildliche Leitgestaltgewesen. Was diese Männer auszeichnete, die Liebe zur Sache, die man das Roman-tische in einem ernsten und eigentlichen Sinn nennen konnte, aber für sie, der von je-der Sentimentalität freie Eros ihres Berufes war, hast Du auch in Dich aufnehmendürfen.
Daẞ Du eine in Fleiß geübte meisterliche Hand besitzest, alles, was Dir an Hausund Gerät bedeutsam war, treffend aufzuzeichnen, gehört zu den schönsten Gaben,die Dir für den Eintritt, die Mitarbeit und schließlich die führende und weiterführen-de Meisterschaft in der Volkskunde von Nutzen war. Und so hilfreich war Dir auchdie Beherrschung aller drei in Innerösterreich geltenden Sprachen.
Auf vielfältige Weise hast Du Deiner Kärntner Heimat gedient: In treuer Verbun-denheit mit Deinem väterlichen Freund Ferdinand Raunegger hast Du in der Kärnt-ner Landesforschung eine erste Aufgabe gefunden, mit Deinem Freund Franz Ko-schier hast Du an den Anfängen des Kärntner Heimatmuseums mitgearbeitet, alsMittelschullehrer und Volksbildungsreferent hast Du im Bildungswesen und ineinem besonnenen Landesbewußtsein Deiner Heimat Deinen aufrechten Charaktergezeigt. Was Du einmal auf Grazer akademischem Boden Dir erworben hattest, hastDu in der Kärntner Heimat ausreifen und zur Wirkung kommen lassen. Und was Duin den harten Arbeitsjahren der Schulen selbst als Pädagoge gelernt hast, brachtestDu mit, als Du zunächst mit einem Lehrauftrag beladen und schließlich als Ordina-rius in Deiner Grazer Alma mater wieder eingekehrt warst und geblieben bist.
Der 70. Geburtstag gemahnt Dich und uns daran, daß Du nach diesem Studienjahrdas Lehramt zurücklegen wirst. Es wird Dir bescheinigt werden, daß Du Dich hinfortals emeritierter ordentlicher Universitätsprofessor bezeichnen lassen darfst. Es
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