Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Ein ,, verletztes Kultbild" in Noreia

Von Maria Leiner

( Mit 4 Abbildungen)

In 1080 m Seehöhe, am Südwestabhang des Zirbitzkogels naheder steirisch- kärntnerischen Grenze, liegt zur Gemeinde Mühlengehörend, die älteste geschlossene Siedlung im Bezirk Murau, dasBergdorf Noreia. Die Steiermärkische Landesregierung hatte inihrer Sitzung( siehe Landesgesetzblatt für das Land Steiermark,Jahrgang 1930, 6. Stück, Nr. 34) diesen Ort, vormals St. Margare-then am Silberberg, mit Datum vom 26. März 1930, in Noreia um-benannt.

Die Annahme von Univ.- Prof. Dr. Walter Schmid( Graz), hiersei die Hauptstadt Noricums¹) gewesen, ist bis zum heutigen Tagumstritten und noch nicht restlos geklärt worden. Nach Prof.Schmid war dieses Gebiet von St. Margarethen am Silberberg schoneinige Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung von Kelten und Ger-manen besiedelt, die jedoch von den Römern vertrieben wurden.

Die auf diesem historisch fundierten Gelände stehende Kirche( Abb. 1) ist der hl. Margaretha geweiht²), wurde urkundlich 1324erstmals genannt und im 15. Jahrhundert Pfarrkirche. Ihre Matri-ken beginnen 1637; sie stand unter dem Patronat des BistumsLavant, abwechselnd mit dem Stift St. Lambrecht.³) Die Kirchedürfte von den adeligen Grundherren derer von Silberberg und Alt-hauser, sowie der Grundherrschaft Mühlen für ihre Untertanen er-baut worden sein und fiel öfter dem Feuer anheim. Auszüge derPfarrchronik) weisen auf ein verschwundenes Ölbild hin, wonachdie Kirche ursprünglich einen Holzturm hatte und Decke und Lang-schiff roh gezimmert waren. Heute ist aus dieser frühen Zeit nurnoch die Jahreszahl 1515 über dem Portal sichtbar. Nach den

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