Literatur der Volkskunde
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Aufgrund der genannten Unzulänglichkeiten ist das Buchinhaltlich leider nicht so gewichtig, wie sein physisches Auftretenvielleicht vermuten lässt. Der Katalogteil wird für die Bestimmungähnlicher Objekte dennoch sehr hilfreich sein. Die Recherchen vonUta- Christiane Bergemann zu Paul Prött und der Sammlung seinesNamens sollten jedenfalls als Vorbild für alle ungeklärten Samm-lungserwerbungen dienen, egal in welchem Zeitraum sie erfolgt sein
mögen.
KATHRIN PALLESTRANG
Claudia Selheim, Frank Matthias Kammel und Thomas Brehm( Hg.): Wanderland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns.Nürnberg: Verlag des Germanischen Nationalmuseums 2018,
383 Seiten, zahlr. Abb.
Wandern boomt! Seit den 1990er Jahren ist die„ Praxis des freiwil-ligen, scheinbar zweckfreien Wanderns"( Ulrich Großmann, S. 11)( wieder) gesellschaftlicher Trend. Gerade ein kulturhistorisch ausge-richteter Blick auf das Wandern verdeutlicht die Wandelbarkeit undgenauso die Konstanten dieser sozialen und kulturellen Praxis. Diereich bebilderte und sehr ansprechend gestaltete Publikation„ Wan-derland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns" leistet genaudas. Als Begleitband und Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Aus-stellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg( November2018- April 2019) stellt sie das Wandern von Zeiten der Aufklärungbis in die Gegenwart in den Fokus.
Die Einleitung( Thomas Brehm, Matthias Kammel, ClaudiaSelheim, S. 12-21) nimmt die Form eines zeithistorischen Überblicksein, stimmt die Leserinnen und Leser auf das Thema ein und lässt daskulturwissenschaftliche Erkenntnispotenzial des Themenfeldes Wan-dern deutlich hervortreten. Ausgehend vom Gehen als„ anthropologi-sche Konstante"( ebd., S. 13) und weitestgehend einzige Möglichkeitder Fortbewegung für weite Teile der Bevölkerung bis in das 18. Jahr-hundert, zeichnen die Autoren und Autorinnen die Etablierung desWanderns als soziale und kulturelle Praxis nach. Sie verweisen dabei