Chronik der Volkskunde
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Männer zu jeder Zeit leisten können: Die Strickerin Veronika Perschéexperimentierte mit Materialien und bot Strickworkshops an.
Beispiele für Werke aus Recycling- Materialien und eineEinladung dazu, Bilder persönlich geschaffener Werke auf Instag-ram zu veröffentlichen, standen am Ende der Schau und boten wei-tere Anstöße für die eigene Kreativität. Zur Ausstellung erschien einsechsbändiger Katalog.
Die Schau schloss mit offenen Fragen: Wie geht es mit demHandwerk weiter? Regionale Initiativen fördern das Image, doch wastun, damit Arbeitstechniken und Materialien nicht in Vergessenheitgeraten? Welche rechtlichen Voraussetzungen braucht das Handwerk,um Bestand und Qualität zu sichern? Hat ein handwerklich aufwendi-ges Produkt gegen Massenware heute eine Chance? Mit einem Blickauf Literatur und Initiativen in Niederösterreich wie Let's Walz( kos-tenloses vierwöchiges Auslandspraktikum für Lehrlinge) und ohnePrognosen wurden die BesucherInnen rezenten Entwicklungs-trends im traditionellen Handwerk entsprechend- eher nachdenk-lich entlassen.
CLAUDIA PESCHEL- WACHA
„ Tracht. Eine Neuerkundung", Ausstellung vom 15. Mai bis22. November 2020 im Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck
Unter dem Titel„ Tracht. Eine Neuerkundung“ zeigte eine Sonderaus-stellung vom 15. Mai bis 22. November 2020 im Innsbrucker Volks-kunstmuseum die Entdeckung der alpinen Tracht seit 1900 und gabein Update über aktuelle Wissensbestände zu diesem Thema. Siespürte dem„ Unbehagen am Trachtigen“ nach, das bei dieser Klei-dung nicht nur in politischen Kontexten mitschwingt. Die Ausstel-lung ging aus dem Forschungsprojekt„ Tiroler Trachtenpraxis im20. und 21. Jahrhundert“ hervor, das in Kooperation der Tiroler
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Weitere Informationen und eine Publikationsliste zum Projekt:https://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/ee/trachten.html
( Zugriff: 2.6.2020).