Fotostrecke: Corona- Lockdown
Das Jahr 2020 sollte ein ganz besonderes im VolkskundemuseumWien werden. Wir hatten uns ein„ Zwischenjahr“ verordnet, ein Jahrder Herzensprojekte, der Reflexion, des Zentrierens, des Nachden-kens darüber, wohin sich das Museum in Zukunft entwickeln sollund welche Schritte wir dazu heute setzen müssen.
Dann kam Corona, und wir hielten gemeinsam mit der gan-zen Welt inne. Dem wissenschaftlichen Team des Volkskundemu-seums, das fortan im Homeoffice saß, war von Anfang an klar, dassdiese Krise, deren Auswirkung auf unser Zusammenleben, auf dassoziale System, auf das Verständnis von Staat und Freiheit, auf dieWirtschaftssysteme der Welt, auf die Alltage aller Menschen nochimmer nicht ganz absehbar ist, in einem Museum, das sich der Kul-turwissenschaft/ Europäischen Ethnologie/ Kulturanthropologiewidmet, beobachtet, analysiert und dokumentiert werden sollte. Dasinnerste Wesen eines Museum ist das Sammeln und Bewahren vonDingen. Viele Museen starteten bereits im April 2020 Sammelauf-rufe, um Objekte, die für die Krise stehen, die mittlerweile zum all-täglichen Gebrauchsgegenstand geworden sind oder die Hilfe bei derBewältigung und beim Durchhalten bieten, für künftige Generatio-nen zu erhalten. Das Volkskundemuseum Wien hat sich gegen einensolchen Aufruf entschieden. Auch haben wir kein anderes, gezieltesSammelprojekt zur Corona- Krise gestartet. Nach einer Besprechungder mit den Sammlungen betrauten Kuratorinnen stand fest, dasssich das Museum aufgrund seiner knappen personellen und finan-ziellen Ressourcen einen solchen Aufruf oder ein derartiges Projektnicht leisten kann. Selbstverständlich wurden einzelne Objekte in dieSammlung integriert, wie diverse Mund- Nasen- Schutzmasken oderInformationsbroschüren.
Und wir haben die neue Situation fotografisch festgehalten.So verfügt die Fotosammlung nun über hunderte digitale Neuzu-gänge, die zu einer Beforschung der Pandemie herangezogen wer-den können. Das fotografische Festhalten von Feldsituationen hatim Fach und besonders in unserem Museum eine lange Tradition.Bereits unter den ersten Objekten, die in die Sammlung aufgenom-men wurden, waren zahlreiche Fotos. Der erste Direktor des Hau-ses, Michael Haberlandt, rief im zweiten Jahrgang dieser Zeitschrift