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ÖZV, LXXIV/ 123, 2020, Heft 1+ 2
im Rahmen der derzeitigen Aufarbeitung in der Fotosammlung stetigzusammenfügten und sie nun nachvollziehbar vorliegen.
Vor der Ordnung steht das Chaos
Seit jeher verfolgt die Fotosammlung( wie das Museum im Allge-meinen) ein Ressourcenmangel, über den spätestens ab 1909 auch imOrgan des Vereins und des Museums nachzulesen ist. 13 Diesem Res-sourcenmangel steht aber seit Anbeginn ein ungebrochener Bedarfan der vor allem wissenschaftlichen Nutzung der Sammlung gegen-über. Immer wieder wurde zu diesem Zweck das Projekt des Ordnensangegangen; dazu brauchte und braucht es Kreativität, Struktur undAusdauer, die im Wandel der 125 Jahre vor allem Frauen bewiesen.14
Schon Museumsdirektor Leopold Schmidt erwähnte in denJahren 1945 bis 1964 wiederholt die„ zunehmende Notwendigkeitder Innenarbeit für Bibliothek und Photothek und die genaue Auf-arbeitung des gesamten zur Verfügung stehenden Stoffes nach demVerweiskatalogsystem und mit bibliographischen Hilfen, um alle
13 Mit Erwähnung des Bibliothekars Julius Thirring 1909, hier der Platz-knappheit in der Wipplingerstr. 3. Michael Haberlandt: Tätigkeitsberichtdes Museums für österreichische Volkskunde für das Jahr 1908. In: Zföv( XV), 1909, S. 67.
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Zu Beginn waren hier Michael Haberlandt und Julius Thirring( 1909 biszum Umzug ins Gartenpalais Schönborn 1917/18) verantwortlich, unddanach waren für viele Jahre Frauen sowohl für die Bibliothek wie auchdie Fotosammlung zuständig: Marianne Schmidl( ab 1914 bis unbekannt),Olga von Führer( 1918-1921), Adelgard Perkmann( 1924-1939) undGertrud Haberlandt( 1943). Von 1950 bis 1955 war Adolf Mais für dieSammlung zuständig, der von Elfriede Lies( 1956-1970) abgelöst wurde.Nach Hans Gruber und Klaus Beitl war ab 2006 Herbert Justnik alsKurator für die Sammlung hauptverantwortlich, seit 2017 besorgen AstridHammer und Katharina Zwerger- Peleška die Sammlungsbetreuung undKonservierung. Die tragischen Schicksale der in der Zwischenkriegszeittätigen Frauen bedürfen einer weiteren Bearbeitung: Marianne Schmidlwurde etwa 1942 im Ghetto Izbica ermordet, Olga von Führer emigrierte1922 in die USA und Adelgard Perkmann wurde 1939 aus rassistischenGründen entlassen. Vgl. dazu etwa die Arbeiten von Herbert Nikitsch:Auf der Bühne früher Wissenschaft. Der Verein für Volkskunde in Wien( 1894-1959)(= Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift für Volks-kunde, 20). Wien 2006; ders.: Moser, Schmidl, Trebitsch& Co. Halb-vergessenes aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde. In: ÖZV108/59, 2005, S. 275-294; sowie ders.: Adelgard Perkmann- eine fach-geschichtliche Notiz. In: ÖZV 102/53, 1999, S. 359–369.