Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde123 (2020) / N.S. 74Boehm, Karoline: Das Queere Museum – Interventionen ins kollektive Gedächtnis

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Das Queere Museum – Interventionen ins kollektive Gedächtnis : zu Konzeption und inhaltlicher Programmierung eines Workshops
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Karoline Boehm

Das Queere Museum-Interventionen ins kollektive

Gedächtnis

Zu Konzeption und inhaltlicherProgrammierung eines Workshops

Museen genießen hohe Glaubwürdigkeit: Ihnen wird das Potenzialzugeschrieben, Werte wie Vielfalt, Teilhabe und Offenheit in einerGesellschaft zu stärken. Historisch allerdings treten Museen eher alsRepräsentanten normativer Werte hervor. Sammlungen und Ausstel-lungen spiegeln in aller Regel patriarchale, binäre und heterosexuelleGeschlechterordnungen. Was aber ist mit Lebensweisen und Identi-tätskonstruktionen jenseits dieser heterosexuellen Matrix? Werdensie in Museen repräsentiert, und wenn ja, wie?

Diese Fragen stellten wir uns bei der MuseumsakademieJoanneum und fanden mit Jana Wittenzellner( Museum Europäi-scher Kulturen, Berlin) eine profunde Kennerin des Feldes. Maẞ-geblich durch ihre Expertise ermöglicht, konzipierten wir gemeinsamden zweitägigen Workshop Das Queere Museum. Interventionen inskollektive Gedächtnis, der am 12. und 13. März 2020 im Werkbundar-chiv Museum der Dinge und im Bode- Museum in Berlin stattfand.Als ich der ÖZV diese Mitteilung über die Veranstaltungzusagte, war noch von einem planmäßigen Ablauf auszugehen, zu demes angesichts der damals publik werdenden Maßnahmen aufgrundvon Covid- 19 nicht kam. Auf diese Situation reagierten wir flexibelund adaptierten das Programm kurzerhand. Um nun sowohl Inhaltedes ursprünglich geplanten Programms als auch die des tatsächlichenWorkshops abzubilden, widmet sich dieser Beitrag beidem. Einfüh-rend sollen der Veranstaltung zugrunde liegende Rahmenbedingungen

1 Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a. M. 1991.