Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde123 (2020) / N.S. 74Müller-Kelwing, Karin: Generationswechsel: Museumsbeamte neuen Typs?

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Generationswechsel: Museumsbeamte neuen Typs? : Fritz Fichter und Hans Kummerlöwe - zwei Museumsdirektoren in Dresden in der NS-Zeit
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ÖZV, LXXIV/ 123, 2020, Heft 1+ 2

von den Sammlungsmitarbeitern selbst bewacht und regelmäßig Kon-trollen der klimatischen Bedingungen vor Ort durchgeführt werden.

Parallel zu den Schutzmaßnahmen wurde die Museumsauf-gabe des Vermittelns fortgeführt, denn Museen hatten im NS- Staat,, dem Vaterland und der Nation zu dienen und nationalsozialistischeErziehungsstätten zu sein. Im Erlass Museen während des Kriegs-zustandes forderte der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehungund Volksbildung, Bernhard Rust, drei Monate nach Kriegsbeginn,im Dezember 1939, dass sich die Museen aktiv in die innere Front"eingliedern, denn[ j] edes, sei es auch behelfsmäßig und anspruchslos,geöffnete Museum gibt zahlreichen Volksgenossen Anregung undFreude und stärkt sie in ihrem Vertrauen. Damit war klargestellt,dass den Museen im Krieg die Aufgabe oblag, der Bevölkerung einnormales Leben zu suggerieren.

Ziel der offensiven Bildungsarbeit war es, breiten Gruppender Bevölkerung einen Zugang zu den Museen zu ermöglichen:Wehrmachtsangehörigen, SA- Gruppen, Mitgliedern NSDAP- naherOrganisationen, Studenten sowie Schulklassen und Familien- Muse-umsarbeit wurde zum Kampf an der Heimatfront. Insbesonderedie Zusammenarbeit mit Schulen wurde intensiviert, ohne jedochin Dresden dafür eine eigene Abteilung zu gründen, wie das an denStaatlichen Museen in Berlin der Fall war.9 Auch wurde mit der NS-Organisation Kraft durch Freude kooperiert.

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Lupfer, Christine Nagel: Die Staatlichen Kunstsammlungen für Kunstund Wissenschaft im Zweiten Weltkrieg. In: Pia Schölnberger, SabineLoitfellner: Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen-Hintergründe Auswirkungen. Köln, Weimar, Wien 2016, S. 271-286;Thomas Rudert: Die kriegsbedingte Bergung der Kunstwerke aus derStaatlichen Gemäldegalerie Dresden ab August 1939. In: Kunst im Krieg1939-1945, Dresdener Kunstblätter 3, 2015, S. 5-17; Alexander Hänel:Die Auslagerung von Kunst- und Kulturgütern in die Burgen und Schlös-ser Sachsens. In: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen( Hg.):Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945. Dresden 2018, S. 33-43.Dresdner Neueste Nachrichten( künftig: DNN), 4.10.1937, S. 2, 6.Erlass des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbil-dung, 8.12.1939, übermittelt vom Leiter des Ministeriums für Volksbil-dung an die Direktoren der Staatlichen Sammlungen, 18.12.1939, Archivder Staatlichen Kunstsammlungen Dresden( künftig: SKD Archiv),02/ VA 50, Bl. 101-103.

Vgl. Sächsisches Ministerium für Volksbildung an diverse Schulen,25.4.1934, SKD, Mathematisch- Physikalischer Salon, 1934, E.- Reg.