Karin Müller- Kelwing
Generationswechsel:Museumsbeamte neuen Typs?
Fritz Fichtner und Hans Kummerlöwe- zwei Museumsdirektoren inDresden in der NS- Zeit
In Phasen politischer Umbrüche erwachsen Museen besondereAufgaben, denn sie sind eingebunden in politische wie gesellschaftli-che Prozesse. Im Nationalsozialismus agierten Museumsmitarbeiterletztlich im Dauerkonflikt zwischen dem Schutz der Objekte und deraktiven Mitwirkung.gan der„ Heimatfront". Museumsdirektoren,die im Dritten Reich Karriere machten, waren NSDAP- Mitgliederund verkörpern als promovierte Vertreter ihrer Fachwissenschaftund im Lehramt Ausgebildete einen Museumsbeamten neuen Typs.Die Beispiele von Fritz Fichtner und Hans Kummerlöwe belegen dies.
Der Internationale Museumsrat, ICOM, definiert in seinen EthischenRichtlinien das Museum als eine„ der Öffentlichkeit zugängliche Ein-richtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zumZwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle undimmaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft,bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt". Zwar stammt dieseBeschreibung vom Ende der 1980er Jahre, doch besteht die darin zumAusdruck gebrachte enge Verflechtung zwischen den Museen, ihrenMitarbeitern und Besuchern, ihren Finanziers und Unterstützernsowie der Gesellschaft bereits seit den ersten Museumsgründungen.
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ICOM: Ethische Richtlinien für Museen, 2. überarb. Auflage
2010, https://icom-deutschland.de/images/Publikationen_Buch/Publikation 5 Ethische_Richtlinien_dt_2010_komplett.pdf( Zugriff: 19.3.2020).