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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXXII/ 121, 2018, Heft 2
Leider völlig aus dem Konzept des netzwerk fallend, weil ein reinerWerbeauftritt ohne inhaltliche Aussagen und daher entbehrlich, war dernächste Beitrag. Antje Polanz stellte ihren Kunsthandel vor, der sich aufTextilien des 18. und 19. Jahrhunderts spezialisiert hat und Rechercheauf-träge von Sammelnden bzw. Museen entgegennimmt. Woher ihre Texti-lien stammen und wie sie diese findet, hat sie nicht erklärt.
Sabine de Günther von der Humboldt- Universität zu Berlin sprachüber die digitale Erfassung der kostümgeschichtlichen Gemäldesammlungdes Franz von Lipperheide, die seit 1892 in Besitz der Berliner Museenist. Wie bei jeder Datenbank geht es auch hier nicht zuletzt um die Erstel-lung eines Thesaurus bzw. die Implementierung der vorhandenen. Diessoll im Projekt Annotate Lipperheide webbasiert, kollaborativ und inter-disziplinär erfolgen.
Mit Vergänglichkeitsprozessen von Textilien will sich StefanieMallon von der Universität Oldenburg beschäftigen, die jedoch ganz amAnfang ihrer Forschung steht und daher nur Interessenslagen und mögli-che Themen vorstellen konnte, die von zerschlissenen Jeans über den sichauflösenden Badezimmerteppich bis zu Mottenlöchern reichten.
Bisher nur spärlich publizierte Weißstickerei aus norddeutschenFrauenkonventen des 13. bis 15. Jahrhunderts stellte Juliane Schirr vonder Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vor, derenEffekte sie mit mittelalterlicher Glasmalerie verglich.
Katharina Hornscheidt referierte über das Vorhaben der Marienber-ger Vereinigung für Paramentik, die Paramentik als immaterielles Kul-turerbe anerkennen zu lassen. Sie stellte eine Ausstellung des MuseumsKirche in Franken vor, die sich mit der gegenwärtig wieder zunehmen-den Bedeutung von Textilien für Aufbahrungen und als Trauerschmuckbeschäftigt hatte.
Zum Abschluss des Offenen Forums konnten Maria Merseburgerund Philipp Zitzlsperger- nach fünf Jahren intensiver Recherche undmühevoller Arbeit- endlich mit Stolz den Launch der Datenbank vonAbschlussarbeiten mit Textilbezug verkünden, die über die Website desnetzwerk mode textil zugänglich ist.³
Am Sonntag bestand die Möglichkeit, eine weitere Exkursion zuunternehmen. Das TextilWerk Bocholt mit seiner Dauer- und gleich dreiSonderausstellungen wurde von denjenigen besucht, die keine allzu lan-gen Rückreisewege hatten.
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https://www.nmt-datenbank.de/( Zugriff: 17.12.2018).