Jahrgang 
121 (2018) / N.S. 72
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXXII/ 121, 2018, Heft 2

turvermittlung anzuwenden. Dennoch hinterließ die Ausstellung einennachhaltigen Eindruck: Arbeiten von 21 Künstlern und überwiegend

- Künstlerinnen setzten sich mit der Bedeutung und Funktion von Haut,von Enthüllung, Natur und Bekleidung in Bildern, Fotos, Videoarbeiten,Skulpturen und Installationen auseinander. Oft nutzten sie dabei Natur-materialien oder Tierteile und erschufen teils poetische, teils komischeund teils erschreckende Werke. Zu sehen waren unter anderem Arbeitenvon Deborah Sengl, Karoline Hjorth, Riitta Ikonen, Ulla Reiss, KaarinaKaikkonen, Su Blackwell und Adidal Abou- Chamat. Nach den Führun-gen war noch Zeit, das Schloss zu besichtigen, in welchem die weltweitgrößte Sammlung an Werken von Joseph Beuys präsentiert und immerwieder in Themenausstellungen zugänglich gemacht wird.

Der Nachmittag brachte einen geführten Rundgang durch die Zentral-depots des LVR- Industriemuseums, die in einem Gebäude untergebrachtsind, das Peter Behrens 1920 als Materiallager für einen Industriekonzerngeplant hatte und das an sich schon beeindruckend und sehenswert ist. Imobersten Stockwerk ist eine informative Ausstellung mit Designproduk-ten und Fotos zu Peter Behrens und seinen Entwürfen untergebracht. DieTextilrestauratorin Claudia Grohmann führte die Gruppe beginnend beidieser Ausstellung durch mehrere Stockwerke mit diversen Objektdepots( Maschinen, Maschinenteile, Fahrzeuge, Möbel etc.) bis in das Textilde-pot, in dem rund 25.000 Stück, vorwiegend Alltagskleidung ab 1900 ausWolle, Baumwolle und Synthetik sowie Accessoires, in Rollschränkenhängend und liegend verwahrt werden. Grohmann und ihr Team stel-len in Werkstätten vor Ort Präsentationspuppen für Ausstellungen ausPappmaché selbst her, die an die einzelnen Kleidungsstücke angepasstsind. Diese optimale Präsentationsform vermitteln sie in Workshops, dieöffentlich zugänglich und besonders auch für andere Museen mit textilenSammlungen interessant sind.

Der Abend dieses erfüllten Tages hielt ein weiteres Highlight bereit:Elisabeth Hackspiel- Mikosch im Gespräch mit dem Sohn des Schnei-ders der Beatles", Gordon Millings, im Vortragssaal Museumsscheunedes Textilmuseums Krefeld. Millings, der als Lehrling bzw. Mitarbeiterim Salon seines Vaters Arnold( Dougie") tätig war, von dem die Beatlesin der Zeit nach ihrem Hamburg- Aufenthalt bis kurz vor ihrer psychede-lischen Phase ihre legendären Anzüge bezogen, erlaubte nicht nur amü-sante Blicke hinter die Kulissen. Er erläuterte auch witzig und klug dieZusammenhänge des Erfolgs der Band mit ihrem Outfit, das ManagerBrian Epstein gemeinsam mit Dougie Millings sorgfältig komponierte.