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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXXII/ 121, 2018, Heft 2
wurden für ein Paar chodaky verstärkt und an einer Ecke mit einem Rie-men verbunden. Manchmal legten vier Bauern zusammen, kauften eineganze Haut, brachten sie aus der Stadt nach Hause und teilten sie auf.Das bessere Leder war für den Bauern bestimmt, das dünnere für dieFrau, die Kinder und die Halbwüchsigen. Bisweilen schlachtete jemandselbst eine Kuh, einen Stier, zum Beispiel bei einem Unglücksfall oderfür eine Hochzeit, ein Begräbnis, oder das Vieh war von selbst eingegan-gen, dann wurde das Leder getrocknet und für chodaky zugeschnitten.Vor dem Nähen der chodaky wurde das Leder auf der Fellseite mit prysokoder spurza bestreut( heißer Asche, in der glühende Kohlestücke waren)und sodann das Fell mit einem Beil abgeschabt, in Kindrativ auch miteinem lopar.( Ein lopar' ist ein aus Buchenholz gehackter Spaten zumSchüren des Feuers im Ofen). Wenn noch Fell übrigblieb, dann schnittensie es mit einem scharfen Messer weg. Aber trotzdem war auf solchenchodaky an manchen Stellen noch etwas Fell zu sehen. Dann wurde dasLeder in einem Bottich etwa drei bis vier Tage in heißem Wasser ein-geweicht, zu dem sie Erlenrinde gaben. Wenn das aus dem Erlengebräuherausgenommene Leder getrocknet war, wurden die chodaky genäht;wer diese Kunst beherrschte, nähte sie selbst, wer dieses Handwerk nichtgelernt hatte, brachte das Leder zu einem Nachbarn, der zu nähen wusste.
Jetzt kaufen sie auch chodaky aus Leder, das in der Gerberei bearbeitetwurde, am häufigsten in Bolechiv und anderen unserer Städte undKleinstädte. Die jüdischen Krämer verkaufen entweder fertige chodakyoder stovpja. Stovp, das ist ein Ledergürtel, der so breit ist, wie ein chodaklang sein soll und der aus einer ganzen Haut quer, vom Rücken bis zubeiden Seiten des Bauches, ausgeschnitten wurde. Aus einer großen Hautwerden drei bis vier stovpy gemacht. Am Rücken ist die Haut dicker, jenäher man zum Bauch kommt, desto dünner wird sie. Aus dem Rückenlassen sich ein Paar guter chodaky, manchmal auch zwei, machen, unddiese sind am teuersten, vom Bauch werden chodaky für die Kinder undFrauen geschnitten, und die kleinsten Stücke kleben sie auf die Sohlender zerrissenen chodaky. Ein Stück vom Schwanz befestigt man am Rie-men ganzoben am Dreschflegel, um die Verbindung zwischen Haltegriffund Dreschflegel zu verstärken. Die Haut vom Kopf und vom Hals ist,obwohl sie dick ist, nicht für chodaky geeignet; sie wird zum Flicken vonzerrissenen chodaky gekauft. Abgetragene oder zerrissene chodaky nenntman z'mitky, weil sie schon so sind, dass man sie wegwerfen muss.
Chodaky werden in den Geschäften – paarweise zusammengelegt wieein Buch- verkauft, wie hier in Abbildung 2 gezeigt wird. Als in den