Aufsatz in einer Zeitschrift 
Die Trachten bilden : Sammeln, Ausstellen und Erneuern am Tiroler Volkskunstmuseum und bei Gertrud Pesendorfer
(bis 1938)
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Reinhard Bodner, Die Trachten bilden

hier etwas Unantastbares, Quasi- Heiliges dem ökonomischen Tauschentzogen werden. Mit staatlicher Subvention solle möglichst in jedemDorfe[...] eine Art Archiv- Museum" angelegt werden, um einem weite-ren Verlust von Objekten, Wissen und Identität vorzubeugen. 45

Unterdessen hatte Tapper in Innsbruck den Grundstock für ein zentra-les föderales Archivmuseum" gelegt und war dabei selbst mehr und mehrin den Antiquitätenhandel involviert. Museumsgeschichtliche Rückblickeerwähnen Händler, die überall im Lande gestöbert und dem MuseumAltertümer[ zu] geschleppt" hätten.46 Tatsächlich reiste und stöberte aberauch Tapper viel. Anbieter und Anlaufstellen sind in den Erwerbsaktendes Museums entlang eines Verkehrs- und Kommunikationsnetzes von Strecken und Abzweigungen von Einkaufsfahrten durch Haupt- undNebentäler angeordnet.47 Kritiker warfen Tapper vor, immer neue Anti-quitäten auf sein ,, Gütschl"[ seine Kutsche, R.B.] zu laden und damit demFerdinandeum Konkurrenz zu machen. Letzteres bestritt er aber:

,, i samml dös und das, was das Ferdinandeum links liegen gelassenhat: Kasten, Truchen[ Truhen, R.B.], Möbeln, ganze Interieurs, Bau-ernstuben; an Almhüttn bau i, a Kirchl stell i au, und an Dorffriedhofherum, mit die alten Kreuz, und a Schmiedhüttn mach i und a Gröd-nerschnitzelei[ Schnitzerei, R.B.] un[ d] a Bauernkuchl, und die Bäue-rin muaẞ in ihrem Wifling dahinter stehn, wie lebendig und Krapfenbachen[ backen, R.B.]!- Du siehst, i mach dem Ferdinandeum koaKonkurrenz!" 48

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Ebd.

Karl Paulin: Wie das Museum für Tirolische Volkskunst und Gewerbe entstand.In: Bergland XI( 5), 1929, S. 2-7, hier S. 5.

TVKM Innsbruck, Archiv, Erwerbungsakten. Einer von mehreren Schwerpunktenlag auf dem Raum um Brixlegg im Unterinntal( vgl. Meixner 1989[ wie Anm. 13)]S. 133), wo sich um 1900 die Wege der Sammler und Mitglieder des Vereins desMuseums für deutsche Volkstrachten in Berlin Adolf Schlabitz( 1854-1943) undFranz von Lipperheide( 1838-1906) kreuzten. Vgl. Franka Schneider: Die Sammlungals räumliche Praxis. Das Beispiel der volkskundlichen Sammlung von Adolf Schla-bitz. In: Friedrich von Bose u. a.( Hg.): Museum*. Zur Neuvermessung eines mehr-dimensionalen Raumes. Berlin 2012, S. 138-151. Lipperheide war 1891 auch als Stifterfür das Gewerbemuseum gewonnen worden. Vgl. Meixner 1989( wie Anm. 13), S. 97.Dies gibt als, authentische Äußerung" Tappers der Historiker, Heimatforscherund Kustos am Innsbrucker Ferdinandeum Konrad Fischnaler wieder: C. Pardeller[= Konrad Fischnaler]: Das Ferdinandeum und das Museum für Volkskunst undGewerbe. In: Innsbrucker Nachrichten, 17.1.1918, S. 3 f.

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