Aufsatz in einer Zeitschrift 
Die Trachten bilden : Sammeln, Ausstellen und Erneuern am Tiroler Volkskunstmuseum und bei Gertrud Pesendorfer
(bis 1938)
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Reinhard Bodner, Die Trachten bilden

Die Fazzelkappe" als Vorbild? Gewerbemuseum,Ausstellungswesen und Tourismusförderung

Zunächst also zum Tiroler Gewerbemuseum, das 1888 nach dem Vorbilddes Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg gegründet worden war.Betrieben vom Tiroler Gewerbeverein zeigte das Museum vorerst inenger Verbindung zu dessen permanenter Ausstellung- zeitnah entstan-dene( kunst-) gewerbliche Produkte. Damit sollte dem zentralen Anliegendes( Kunst-) Gewerbemuseums entsprochen werden, Gewerbetreibendenästhetisch hochwertige, geschmacksbildende Vorbilder für die Produktionzu liefern. Zugleich sollte die Schau das regionale Gewerbe gegen die alsbedrohlich empfundene Konkurrenz der Industrie stärken. 13 Diese Ver-knüpfung instruktiver und merkantiler Anliegen ist vor dem Hintergrundder ungleichen ökonomischen Entwicklung der späten Habsburgermon-archie zu sehen. Im lange Zeit vorwiegend agrarisch geprägten KronlandTirol setzte die Industrialisierung nur zögerlich ein. In der Provinz", diemit Problemen ökonomischer Rückständigkeit zu kämpfen hatte, wollteder städtische, national- liberal dominierte Gewerbeverein mit Novitätenund neuen Moden Schritt halten. Es ging ihm um den Gewerbefleißder modernen Tiroler" 14. und Tirolerinnen. Jedenfalls zeigten Museumund Ausstellung auch Erzeugnisse von Frauen bzw. eines als spezifischweiblich konnotierten Hausfleißes, etwa Handarbeiten und Spitzen. 15

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13 Vgl. dazu und zum Folgenden die grundlegende Untersuchung zur Museumsge-schichte: Wolfgang Meixner: Die Entstehung des Tiroler Volkskunstmuseumsaus gewerbe- und fremdenverkehrsfördernden sowie heimatschützerischen Intenti-onen. Diplomarbeit, Universität Innsbruck 1989. Eine überarbeitete Fassung dieserArbeit erscheint 2019 in der Reihe bricolage monografien" des Faches EuropäischeEthnologie an der Universität Innsbruck. Zur Mustersammlung als zentralemAktionsbereich des Kunstgewerbemuseums vgl. Barbara Mundt: Die deutschenKunstgewerbemuseen im 19. Jahrhundert(= Studien zur Kunst des neunzehntenJahrhunderts, 22). München 1974, S. 69. Zur strukturpolitisch- ökonomischenBedeutung der( Kunst-) Gewerbe- und Volkskunst- Förderung vgl. Gottfried Korff:Volkskunst als ideologisches Konstrukt? Fragen und Beobachtungen zum politi-schen Einsatz der Volkskunst" im 20. Jahrhundert. In: Jahrbuch für Volkskunde 15,1992, S. 23-50, bes. S. 41.

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O. V.: Das Tiroler Gewerbemuseum in Innsbruck. In: Neue Wiener Friseur-Zeitung, 1.11.1907, S. 9.

S. etwa Hans Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag  Heiden- Herdeggen: Tiroler Kunstgewerbe. Zur Ausstellung im Inns-brucker Gewerbemuseum. In: Österreichs Illustrierte Zeitung XVII, 1907, Nr. 4,S. 98 f.

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