Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde122 (2019) / N.S. 73Weese, Michael; Holfelder, Ute: „Wir wollen ein offenes Forschungsmuseum sein“

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Wir wollen ein offenes Forschungsmuseum sein“
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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 2

heuer einen europaweiten Wettbewerb ausgeschrieben und 55 Ein-reichungen erhalten, von denen wir zwölf Büros für die weitereBearbeitung ihres Entwurfs eingeladen haben. Ziel war die Erlan-gung eines anspruchsvollen Gestaltungskonzeptes, das sich in dieUmgebung sensibel einpasst hinsichtlich Materialwahl und Propor-tionen. Dafür wurde von uns eine Architektur erwartet, die sich mitden historischen Bauformen des Landes Salzburg auseinandersetzt,diese neu interpretiert, sich ohne jede Anbiederung in den Kontextdes historischen Gebäudebestands einpasst und den Bau- und Werk-stoff Holz in seinen verschiedensten Formen eindrucksvoll einsetzt.Gleichzeitig sollte den Besucherinnen und Besuchern des SalzburgerFreilichtmuseums verdeutlicht werden, dass sich hier ein überregionalbedeutsamer Museumskomplex von großer Strahlkraft befindet. ImSeptember dieses Jahres hatten wir die Jury- Sitzung und aus der Zei-chenfeder des Bregenzer Architekturbüros Cukrowitz Nachbaur einunheimlich stimmiges Siegerprojekt.

UH: Und welche Funktionen soll das Besucherzentrum haben?

MW: Als wichtigste Funktion galt und gilt, eine neue Eingangssitua-tion zu schaffen, die auch an manchem Tag 4.000 Museumsbesucherbewältigen wird können. Die zweite und nicht weniger wichtige- Funktion ist, ein Haus für Besucherinnen und Besucher zu bauen,sie zu Beteiligten zu machen, sie einzuladen, unsere Einrichtungen,unsere Archive, unseren Wissensspeicher zu nützen. Wir wollen einoffenes Forschungsmuseum sein. Wir haben ein tolles Planarchiv,wir haben ein tolles Fotoarchiv und wir haben eine Bibliothek, vonder wir glauben, dass sie viel mehr für unsere Besucherinnen undBesucher da sein sollte. Und diese Einrichtungen- Bibliothek undArchive wollen wir transparent sichtbar machen, baulich situiertan einem Scharnier zwischen öffentlichem Eingang und Verwal-tungsbereich. Ergänzt wird das räumliche Angebot auch durch einenTagungsraum für etwa hundert Personen. Es ist uns wichtig, hier mitder Gesellschaft in Dialog treten zu können.

UH: Sie haben von der neuen Keusche erzählt. Wie funktio-niert das, wenn Anfragen für die Übernahme von Gebäudenkommen? Wie viel Platz gibt es in Ihrem Freilichtmuseum,