,, Wir wollen ein offenes Forschungsmuseum sein❝
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Das gilt in hohem Maße auch für die Zusammenarbeit mitunterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Ich vertraue unse-rer Kulturwissenschaft, aber ich glaube, dass beispielsweise das Fachder Europäischen Ethnologie- gerade auch in Österreich For-schungslücken aufweist und mehr denn je auf Interdisziplinaritätangewiesen ist. Anders als in Deutschland, wo die Hausforschungin Lehre und Forschung einen deutlich höheren Stellenwert besitzt,werden an Österreichs Universitäten kaum mehr„ Hausforschung"oder„ Wohnen und Wirtschaften“ aus historisch- anthropologischerPerspektive gelehrt. So sind wir auch gezwungen, auf andere Partnerauszuweichen.
Ein Beispiel: Das Salzburger Freilichtmuseum hat im letz-ten Jahr ein Kleinstbauernhaus in Holzbauweise aus dem Lungauabgetragen. Dessen Erforschung verdankte sich einer breiten inter-disziplinären Zusammenarbeit, die mit modernsten Dokumen-tationsmethoden im Zuge der Übertragung dieses Gebäudes insMuseum nun Antworten auf viele unserer Fragen erlaubte. Durchdie enge Kooperation zwischen dem Salzburger Freilichtmuseumund der Universität Salzburg mit dem dort angesiedelten Institutfür Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit einerseitsund ergänzenden Fachdisziplinen wie Archäologie, Denkmalpflegeund Dendrochronologie andererseits konnten neue Standards für dieZusammenarbeit von Freilichtmuseen, universitärer Forschung undDenkmalpflege gesetzt werden. Über die charakteristischen Jahres-ringabfolgen im Bauholz konnte die Dendrochronologie die Errich-tung dieses Kleinstbauernhauses um 1482 datieren; 1492, zehn Jahrespäter, wird Amerika entdeckt und Kopernikus ist noch keine zwan-zig Jahre altdie Menschen glaubten damals also noch daran, dassdie Erde eine Scheibe ist. Aus dieser frühen Zeit stammt nun diesekleine Keusche aus dem Lungau und wir konnten in der fachüber-greifenden Zusammenarbeit mittels neuer Methoden und andererbauhistorischer Analysen auch zu neuen Erkenntnissen gelangen.
Auch die Museologie verlangt nach neuen interdisziplinärenForschungsansätzen. Das sollte meines Erachtens schon in der uni-versitären Ausbildung verdeutlicht werden.
Als ich vor einigen Jahren zu einem Vortrag innerhalb einesInstitutskolloquiums an der Universität zum Thema„ Absolventensprechen über ihre Arbeit an Museen“ eingeladen wurde, waren circa