Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde122 (2019) / N.S. 73Weese, Michael; Holfelder, Ute: „Wir wollen ein offenes Forschungsmuseum sein“

  
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„Wir wollen ein offenes Forschungsmuseum sein“
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Wir wollen ein offenes Forschungsmuseum sein"

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MW: Zum Beispiel mit der Uni Salzburg. Da gibt es etwa einenLehrgang für Gastrosophie- gemeinsam mit diesem kochen undverkosten wir in Küchen unserer Museumsbauten Speisen nach his-torischen Rezeptbüchern. Oder wir laden BiologInnen ein, in einemBiotop innerhalb des Museumsareals ein Wiederansiedelungsprojektder vom Aussterben bedrohten Steinkrebse durchzuführen. Oderwir initiierten gemeinsam mit der Galerie Fotohof und der GalerieKunst im Trakl- Haus ein Foto- Projekt, StandOrtWechsel- Häuserim Wandel: Fotografinnen und Fotografen wurden im Rahmen die-ses Projektes eingeladen, sich auf künstlerische Spurensuche an jeneOrte zu begeben, von denen das Freilichtmuseum seine historischenZeugnisse ländlicher Baukultur übertragen hat. Was ist dort seit derTranslozierung der Häuser passiert? Was ist an die( Leer-) Stelle des-sen getreten, was seinerzeit abgetragen wurde? Und was macht derWandel mit den Menschen und ihren Häusern? Fragen, deren Beant-wortung mit dem Medium der Fotografie versucht wurde. MehrereAusstellungen und ein Fotobuch dokumentierten schließlich dieArbeiten der Fotografen. Karl- Markus Gauß folgt in einem einlei-tenden Essay deren Blicken und erzählt von seinen eigenen Beobach-tungen im Museum.

Literarisch arbeitet das Salzburger Freilichtmuseum seit ver-gangenem Jahr auch mit dem Salzburger Literaturforum Leselampeund dem Kulturverein dietext zusammen. Wir nennen dieses Ange-bot Literatur ab Hof: In einer Art Stationentheater gehen dabei Schau-spielerinnen und Schauspieler sowie Musikerinnen und Musiker imMuseumsgelände von Haus zu Haus, tragen auf einem Tennbodenoder in einer Stube literarische Texte vor oder verknüpfen sie mitkurzen szenischen Darstellungen. Diese Texte reichen von aktuellenNeuerscheinungen zurück bis vor vielleicht 150 Jahren. Thematischwidmeten wir uns im letzten Jahr dem Schwerpunkt weg/ e gehen undin diesem Jahr dem Motiv bleibe/ n. Dadurch kommen wieder Erzäh-lungen, Aufzeichnungen und Memoiren in die Häuser, die vielfachverlorengegangen sind.

UH: Derzeit sind im Museums- und AusstellungsbereichKooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern en vogue.Arbeiten Sie noch mit weiteren künstlerischen Konzepten?