Maren Sacherer, Edith Schnöll und Tabea Söregi
Über Überflüssigkeiten und
Überfälligkeiten:
Studierendentagung Wien 2019- Ein Erfahrungsbericht
Wie entwickeln sich Tagungsthemen eigentlich? Im Falle der vergan-genen dgv- Studierendentagung 2019 in Wien hat es mit einem ein-fachen Versprecher angefangen. Eines der Organisationsmitgliedermeinte während eines Gesprächs, Gender Studies seien überflüssig,woraufhin die Antwort kam, dass sicherlich„ überfällig“ gemeint sei.Sofort entstanden Assoziationsketten und der Gedankenaustauschdarüber, was in welchen Kontexten als überfällig oder überflüssigbetrachtet werden könnte. Ein Tagungsthema war entstanden.
„ Überfällig- Überflüssig“ lautete also das Thema der 32. dgv-Studierendentagung, welche Ende Mai 2019 in Wien stattfand. Siewurde von Studierenden des Instituts für Europäische Ethnologie derUniversität Wien organisiert. Einige von ihnen hatten 2018 die dgv-Studierendentagung in Jena besucht, bei der Wien als nächster Veran-staltungsort gewählt wurde. Die Jenaer Tagung gab uns Einblicke indieses studentisch organisierte Format und befeuerte unser Bestreben,die Weiterführung der Studierendentagung sicherzustellen. Bereitskurze Zeit später hatte sich das zehnköpfige, ausschließlich weibliche*Organisationsteam zusammengefunden, um erste Ideen rund um denAblauf und die Planung sowie vor allem potenzielle Tagungsthemenzu besprechen. Themen, die Studierende dazu motivieren sollten,Beiträge einzureichen und( erneut) an der dgv- Studierendentagungteilzunehmen.
Da unser Organisationsteam eine konsensual basisdemokra-tische Gruppe war, hat das tatsächliche Ausdiskutieren des Tagungs-themas mit all unseren Assoziationen, den Abwägungen der Punkte,die dafür oder dagegen sprachen, sowie möglicher Alternativen meh-rere Treffen benötigt. Der Grundkonsens bestand jedenfalls darin,