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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 2
Teplitz/ Teplice und 1906 bis 1910 an der Kunstgewerbeschule inWien studiert. Für beide Studiengänge hatte er Stipendien erhalten.1910 machte er sich in Wien selbstständig. Sein erstes großes Werkwar die Erstellung einer Bronzebüste von Adolf Krupp für dessenGedenkstätte in Berndorf/ Niederösterreich. 24 Nach erfolgreichenJahren in Wien, wo er vor allem auf dem Gebiet der Fassadengestal-tung reüssierte, 25 kehrte Russ 1920- gezeichnet von der Teilnahmeam Ersten Weltkrieg- nach Schönfeld zurück. Neben dem Entwurfvon Kachelöfen für Werkstätten in Wien und Gmunden und derHerstellung von„ weiße[ n] figurale[ n] Fayencen im Geiste des Artdéco- Stils" widmete er sich im Laufe der 1920er Jahren vor allemreligiösen Themen. Für mehrere westböhmische Gemeinden fertigteer Kriegerdenkmäler. Auch Grabsteine aus seiner Hand sind bekannt.Zwei Großaufträge zum Goethejahr 1932 machten ihn breiterenKreisen bekannt: Er schuf das Marienbader und das Elbogener Goe-thedenkmal. Für Graf Johann Coudenhove- Kalergi baute er einenKachelofen für dessen Wohnsitz Schloss Ronsperg/ Poběžovice, derals lebensgroße Porträtfigur des Auftraggebers ausgeformt war. Am19. März 1946 wurden Russ, seine Ehefrau und seine Tochter vertrie-ben. Sie gelangten zunächst ins fränkische Irmelshausen, nach demTod seiner Ehefrau im Jahre 1948 lebten Willy Russ und seine Toch-ter Maria in Kleinbarsdorf. 1963 bezog der Künstler eine neue Werk-statt in Merkershausen und versuchte, sich mit Holzschnitzereienund keramischen Arbeiten vor allem religiösen Inhalts über Wasserzu halten. Er starb am 27. Juni 1974 in Merkershausen.26
Ausstellung im Krajské muzeum Cheb 29.6.- 17.10.2004 und Egerland-Museum Marktredwitz von Juni- Oktober 2005. Cheb 2004; vgl. auchRudolf Hemmerle: Die Toten des Jahres 1974, 2. Teil. In: Sudetenland III( 17), 1975, S. 220-228, hier S. 221.- In diesem Aufsatz wird die Schrei-bung beibehalten, die Russ selbst verwendet hat.
24 Vgl. Hemmerle( wie Anm. 23).
25 Neben der Gestaltung der Fassaden seines Wohnhauses und des CaféLurion wurde vor allem seine Zusammenarbeit mit dem ArchitektenErnst Lichtblau, einem Schüler Otto Wagners, bei der Fassadengestaltungdes Wohnhauses von Dr. S. Hofmanns( Wattmanngasse 29) bekannt.Vgl. dazu Černý( wie Anm. 23), S. 16–20.
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Ein Teil seines Nachlasses befindet sich im Egerland- Museum inMarktredwitz. Herzlichen Dank an Volker Dietmar M. A. für alleUnterstützung.