Elisabeth Fendl, Der„ Egerer Ofen" von Willy Russ
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Förderung durch den Gau fallendes Haus, 12 sein sollte. Da man daswestböhmische Egerland als das die volkskundliche Überlieferungbetreffend reichste Gebiet innerhalb des Gaues betrachtete, solltedas Museum in Eger angesiedelt werden. Als vergleichbares Pendantplante man etwa für Saaz ein vorgeschichtliches Museum, da vondort die meisten vorgeschichtlichen Funde des Reichsgaus stammten.Die erste der in Eger zu behandelnden Landschaften sollte dann auchdas Egerland darstellen. Danach allerdings wollte man volkskund-liche Bestände aus allen anderen„ sudetendeutschen Landschaften"zusammentragen bzw. aus bestehenden Museen rekrutieren.13 Dassman dafür teilweise auf Fotografien, Pläne, Modelle zurückzugreifenhätte, wurde von vorneherein eingeplant.14
Dem Museum angeschlossen werden sollte eine„ Sudeten-deutsche Gauforschungsstelle für Volkskunde“ für Forschungsaufga-
12 SOKA Cheb, Národopisné muzeum Cheb, Fond 496, Karton 13, MappePlaný.-Immer wieder zitiertes Vorbild stellte für Hanika das NordischeMuseum in Stockholm dar, aber auch auf das Finnische Nationalmuseumin Helsinki, das Estnische Nationalmuseum in„ Dorpat" und das Tsche-chische Nationalmuseum in Prag bezieht er sich.
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Zu Geschichte und Genese des Begriffs Sudetenland vgl. Georg Schrou-bek: Die künstliche Region: Beispiel Sudetenland. In: Helge Gerndt u.Georg Schroubek( Hg.): Regionale Kulturanalyse. Protokollmanuskripteiner wissenschaftlichen Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft fürVolkskunde vom 8.- 11.10.1978 in München. München 1979, S. 25-29;vgl. Mirek Němec: Sudeten/ Sudety als deutsch- tschechisches Palimpsest.In: Bohemia 1( 53), 2013, S. 94-111.
So teilte Josef Hanika z. B. am 30.4.1940 dem Tischler und Holzbild-hauer Julius Alfery aus Fischern bei Karlsbad mit, dass er„ ausreichendmit Aufträgen im Modellbau beauftragt werden“ könne. Die Gaubehördehabe erlaubt,„ die wichtigsten sudetendeutschen Haus- und Hofformen inModellen" für das Museum herstellen zu lassen. Schreiben Josef Hanikasan Julius Alfery, Eger, 30.4.1940, SOKA Cheb, Národopisné muzeumCheb, Fond 496, Karton 13, Mappe Sbírky.- Auch diese scheinbar unpo-litischen Modelle waren alles andere als unpolitisch. Es wurde z. B. einModell des Hofes beauftragt, aus dem Georg Hofmann, einer der beidenim Mai 1938 von tschechischer Polizei erschossenen Bauern, stammte.Deren Begräbnis in Eger wurde zur parteipolitischen Großdemonstration,an der auch Karl Hermann Frank, Konrad Henlein und der Abgesandteder Deutschen Botschaft in Prag teilnahmen. Der Vorfall wurde als Bei-spiel tschechischer Willkür interpretiert und für den„ Volkstumskampf"instrumentalisiert. Vgl. dazu Ulrike Zischka: Fremde Heimat Friedhof.In: Elisabeth Fendl( Hg.): Das Gedächtnis der Orte. Sinnstiftung undErinnerung(= Schriftenreihe des Johannes- Künzig- Instituts, 8). Freiburg2006, S. 31-79, hier S. 71-73.