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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 2
gaus Sudetenland² an, ob er den Künstler Willy Russ im Rahmender Kunstförderung mit der Herstellung eines Kachelofens für dasMuseum beauftragen dürfe. Er denke an einen Ofen mit volkstüm-licher Motivik, ähnlich dem, den Russ Ende der 1930er Jahre fürdie Diensträume der Egerer SS- Standarte geschaffen hätte und vondem es ursprünglich geheißen habe, man könne ihn für das Museumübernehmen. Die Konzeption des Bildprogrammes so versprachHanika würde er mit dem Künstler erarbeiten. Der Ofen würde im„ unteren Saal", in dem„ neuen Saal" im„ neuen Trakt des Museums"Aufstellung finden, der in der Hauptsache repräsentativen Zweckendienen sollte.3
Mit dem Ofen, um den es im Folgenden gehen wird, wollteHanika- so soll gezeigt werden nicht nur ein kunsthandwerklichanspruchsvolles Objekt aus dem Bereich der Egerländer Volkskulturherstellen lassen, er wollte mit ihm ein Leitobjekt für das Museumgewinnen, in dem sich seine eigenen Forschungsinteressen ebensospiegelten wie die politische Haltung der Auftraggeber. Wie JosefHanika muss auch der Künstler Willy Russ, der zumeist als unpoli-tischer Mensch beschrieben wird, 4 betrachtet man seine Arbeiten der1930er/ 1940er Jahren, kritischer bewertet werden, als das bisweilengeschieht.
Anhand von Geschichte und Ästhetik des Ofens und anhandder je unterschiedlichen Begehrlichkeiten auf ihn sollen die zu ver-
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Historikerkommission, 9; Veröffentlichungen des Instituts für Kultur undGeschichte der Deutschen im östlichen Europa, 16). Essen 1999, S. 146.Der Reichsgau Sudetenland ist aus dem größten Teil der vom DeutschenReich einverleibten Gebiete der Tschechoslowakei entstanden undbestand aus den drei Regierungsbezirken Eger, Aussig und Troppau.Er existierte bis 1945. Reichsstatthalter war Konrad Henlein. Vgl. dazuRalf Gebel: Heim ins Reich. Konrad Henlein und der Reichsgau Sude-tenland 1938-1945(= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, 83).2. Auflage, München 2000.
Schreiben Josef Hanikas an die Gauselbstverwaltung in Reichenberg,Eger, 4.3.1941, Státní Okresní Archiv Cheb( im Folgenden SOKA Cheb),Fond 496, Karton 13, Mappe Památkový úřad. – Vgl. auch Josef Hanika:Museum für Volkskunde Eger. O. O.[ Eger], o. J.[ 1941], S. 11.Zuletzt 2018 von Michaela Bäumlová. Vgl. dazu Michaela Bäumlová: AJedra håut sa Håimat gern. Kamna pro Chebské Národopisné Muzeum[ Ein Jeder hat seine Heimat gern. Ein Ofen für das VolkskundemuseumEger]. In: Sborník Muzea Karlovarského Kraje[ Jahrbuch der Museen desKarlsbader Bezirkes] 26, 2018, S. 81–125.